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Bachwelten

30.04.2025 | 19:30 Uhr
Basel, Don Bosco

Portrait von der Violinistin Vilde Frang. Sie hält ihre Geige in der Hand.

Das Konzert ist ausverkauft.

Programm

Dauer: bis ca. 21.15 Uhr inklusive Pause

Johann Sebastian Bach
Doppelkonzert für zwei Violinen, Streicher und Continuo in d-Moll

Konzert für Violine und Orchester in A-Dur (Rekonstruktion nach dem Cembalokonzert Nr. 4 in A-Dur, BWV 1055)

Arien für Sopran, Violine und Orchester

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichersinfonie Nr. 12 in g-Moll

Konzertdetails

Der Wiederentdeckte und der Wiederentdecker: Bach und Mendelssohn Bartholdy, eine der schönsten musikalischen Verbindungen.

Er kommt nie aus seinem Umfeld heraus: Sein ganzes Leben verbringt Johann Sebastian Bach im Nordosten Deutschlands: Eisenach, Köthen, Lüneburg, Weimar, Arnstadt und Leipzig. In diesem Umfeld gelingt es ihm aber, systematisch alle Künste des Komponierens aufzusaugen, alles Vorhandene, alle Stile, Genres, Komponisten ganz genau zu studieren. Und ausserdem versteht er sich auf Koppelungsgeschäfte: er schreibt für sein jeweiliges Amt (als Hofkapellmeister in Köthen oder als Thomaskantor in Leipzig) unterschiedliche Werke. Dann gilt er als altertümlich. Wird vergessen. Aber dann von Mendelssohn Bartholdy wiederentdeckt. Und seitdem ist er das Nonplusultra für ganz viele von uns. Er hat zusammengefasst und neu geordnet.

Er wurde zum Fixstern und die fundamentale Schaltstelle all dessen, was vor ihm an Musik entstanden war. Die Julia Doyle, die englische Sopranistin und international begehrte Barockspezialistin, und die norwegische Stargeigerin Vilde Frang auskosten. Und aufrauen. Und aufladen mit ihren inneren Welten. Ihren Bachwelten.

Leitung

  • Baptiste Lopez

    Baptiste Lopez, Violine und Leitung

    Über Baptiste

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    Baptiste Lopez

    Während seiner Ausbildung auf der modernen Violine bei Jean-Jacques Kantorow am Pariser Konservatorium arbeitete der französische Geiger Baptiste Lopez mit Persönlichkeiten wie Philippe Herreweghe, Sigiswald Kujiken, Robert D. Levin und Alessandro Moccia zusammen. Dabei drang er tief ein in die Kunst des Spiels auf historischen Instrumenten und begeisterte sich für den klanglichen Reichtum der Streichinstrumente mit Darmsaiten. Diese Beschäftigung mit der Alten Musik hatte einen starken Einfluss auf seine Art, Musik zu spielen, und verhalf ihm zu einem architektonischen, harmonischen und kontrapunktischen Denken nicht nur in der Alten, sondern auch in der neueren Musik – eine äusserst fruchtbare Voraussetzung für seine Karriere als Leiter unterschiedlicher Ensembles.
    Auf der modernen Geige spielte Lopez viel Kammermusik, aber auch in mehreren Sinfonieorchestern, so etwa in der Pariser Oper und jüngst auf Einladung von Philippe Herreweghe für drei Jahre als Konzertmeister des Sinfonieorchesters von Antwerpen. Mit dem Hintergrund als Interpret von Barockmusik wirkte er in den letzten zehn Jahren als Konzertmeister des Collegium Vocale Gent, das ihn heute noch als Konzertmeister einlädt. Er leitet unter anderem auch das Ensemble des französischen Countertenors Damien Guillon, Le Banquet Céleste sowie das Ensemble Pygmalion.
    Sein bevorzugtes Gebiet ist sicherlich die Interpretation klassischer und romantischer Musik auf Originalklang-Instrumenten. Dies nicht nur in Ensembles wie dem Orchestre des Champs-Élysées, Il Convito oder Chambre Philharmonique, sondern auch als Kammermusiker vor allem mit dem 2008 gegründeten Edding Quartet, mit dem Baptiste Lopez zahlreiche Konzerte gegeben und CDs aufgenommen hat, Kammermusik von Haydn, Beethoven, Brahms und Schumann auf Darmsaiten. Nach vielen Jahren der Konzentration auf Kammermusik will er den Schwerpunkt jetzt stärker auf das Orchester-Repertoire legen. Mit der Pianistin Maude Gratton hat er 2016 ein Kammerorchester gegründet, das er als Konzertmeister leitet. Jüngst begann seine Zusammenarbeit als Konzertmeister mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble auf Einladung von dessen Dirigenten Thomas Hengelbrock. Seit Juni 2018 ist er Konzertmeister beim Kammerorchester Basel.

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Solistinnen

  • Vilde Frang

    Vilde Frang, Violine

    Biografie lesen

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    Vilde Frang

    Im Jahr 2012 wurde Vilde Frang einstimmig mit dem Credit Suisse Young Artists Award ausgezeichnet, was zu ihrem Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Bernard Haitink beim Lucerne Festival führte.

    Ihre tiefgründige Musikalität und aussergewöhnliche Lyrik haben sie zu einer der herausragenden Violinistinnen ihrer Generation gemacht. Sie tritt regelmässig mit den weltweit führenden Orchestern auf, darunter die Berliner Philharmoniker, das Concertgebouw Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das London Symphony Orchestra, das Chamber Orchestra of Europe, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Los Angeles Philharmonic, das Budapest Festival Orchestra sowie das Cleveland Orchestra. Zu ihren Dirigentenpartnern zählen unter anderem Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Bernard Haitink, Herbert Blomstedt, Esa-Pekka Salonen, Mariss Jansons, Ivan Fischer, Maxim Emelyanychev, Jakub Hrůša, Vladimir Jurowski, Manfred Honeck, Teodor Currentzis, Daniel Harding, Antonio Pappano, Lahav Shani, Paavo Jaervi und Robin Ticciati.

    Zu den Höhepunkten der aktuellen Saison gehören ihre Rückkehr zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, zum London Symphony Orchestra, zur Tschechischen Philharmonie sowie zum Rotterdam Philharmonic Orchestra, ebenso wie ihr mit Spannung erwartetes Debüt bei den New York Philharmonic mit Elgars Violinkonzert. Darüber hinaus geht Vilde Frang auf internationale Tourneen mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Utopia Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis und setzt ihren Bach-Zyklus mit dem Kammerorchester Basel fort.

    Als engagierte und profilierte Kammermusikerin ist Vilde Frang regelmässig bei renommierten Festivals wie dem Lucerne Festival, den BBC Proms in London, den Festivals in Verbier und Lockenhaus, dem George-Enescu-Festival, den Salzburger Festspielen sowie dem Prager Frühling zu erleben. Zudem gibt sie regelmässig Rezitals in der Carnegie Hall, im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Musikverein, in der Philharmonie Berlin, der Tonhalle Zürich sowie im Bozar in Brüssels. In Nordamerika ist sie ausserdem im Rahmen der Vancouver Recital Series, der Boston Celebrity Series und bei San Francisco Performances zu hören.

    Vilde Frang ist Exklusivkünstlerin bei Warner Classics. Ihre Einspielungen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Edison Klassiek Award, dem «Diapason d’Or» des Magazins Diapason, dem Deutschen Schallplattenpreis, dem Grand Prix du Disque, Preisen des BBC Music Magazine sowie mit zwei Gramophone Awards.

    Die in Norwegen geborene Geigerin gab im Alter von zwölf Jahren auf Einladung von Mariss Jansons ihr Debüt mit dem Oslo Philharmonic Orchestra. Sie studierte am Barratt Due Musikkinstitutt in Oslo, bei Kolja Blacher an der Musikhochschule Hamburg sowie bei Ana Chumachenco an der Kronberg Academy.

    Vilde Frang spielt eine Violine von Guarneri del Gesu aus dem Jahr 1734, die ihr grosszügig von einem europäischen Förderer zur Verfügung gestellt wird.

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  • Julia Doyle

    Julia Doyle, Sopran

Eindrücke

Hör-Impuls
Bachs Arie «Erbarme Dich, mein Gott» drückt Verzweiflung aus, aber doch auch Hoffnung. Die Innigkeit der Musik, die die Intensität von Sologeige und Solostimme zusammenbringt, hat auch 300 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer unmittelbaren Emotionalität verloren. Die Aktualität von Bachs Komposition hat auch zeitgenössische Künstler wie den Regisseur Andrei Tarkowsky in seinem Film «Das Opfer» (1986) oder Ramon Gieling in seinem Dokumentarfilm «Erbarme dich! – Die Matthäus Passion» (2015) zu kreativen Auseinandersetzungen mit dieser überwältigenden Musik angeregt.

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