Grauer Hintergrund mit Verlauf

Histo—rischnatürlich

16.06.2023 | 19:30 Uhr
Basel, Don Bosco

Portrait der Geigerin Alina Ibragimova.

Programm

Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr

Johann Christian Bach
Sinfonie in g-Moll Op. 6 Nr. 6

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 in G-Dur

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 27 in G-Dur

Konzertdetails

Flirt à la Mozart. Natürlich mit Finesse und hoher Verführungskunst.

Dieser Anfang! Erst erscheint dreimal das gleiche Motiv, dann eine Pause, ein Fragezeichen? Haben alle den Faden verloren? Doch nun strahlt der volle Klang auf. Der neunzehnjährige Mozart, Meister der falschen Fährten, entfacht kleine Zwiegespräche zwischen Orchester und Solostimme. Die hört zu, nimmt auf, schweigt oder kommentiert mal dramatisch, mal ironisch. Mozart muss grossen Spass an dieser kleinen Oper ohne Worte gehabt haben. Übrigens orientiert er sich dabei an der Musik von Johann Christian Bach.

Der jüngste aller Bachsöhne hatte bereits Orchester- und Solo-Blöcke nicht mehr nur stur abgewechselt, sondern elegant und dialogisch verknüpft. Mozart treibt das weiter: eng sind Orchester und Solistin verwoben, flirten, tanzen und singen miteinander.
Alina Ibragimova lässt sich gerne auf diesen Flirt ein. Sie als eine der ganz wenigen Geigerinnen, die nicht mit Wasser, sondern mit Feuer kocht. Und mit Darmsaiten.

Leitung

  • Kristian Bezuidenhout

    Kristian Bezuidenhout, Hammerklavier und Leitung

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    Kristian Bezuidenhout

    Kristian Bezuidenhout hat sich sowohl als Tasteninstrumentalist als auch als Dirigent als einer der vielseitigsten und spannendsten Musiker unserer Zeit etabliert. Der in Südafrika geborene Musiker begann sein Studium in Australien, schloss es an der Eastman School of Music (Rochester, NY) ab und lebt heute in London. Nach einer ersten Ausbildung als moderner Pianist bei Rebecca Penneys widmete er sich den historischen Tasteninstrumenten und studierte Cembalo bei Arthur Haas, Fortepiano bei Malcolm Bilson sowie Continuo-Spiel und Aufführungspraxis bei Paul O’Dette. Internationale Anerkennung erlangte Kristian erstmals im Alter von 21 Jahren, nachdem er beim renommierten Fortepiano-Wettbewerb in Brügge den ersten Preis sowie den Publikumspreis gewonnen hatte.

    Kristian ist regelmässig als Solist am Fortepiano, Cembalo und modernen Klavier bei den weltweit führenden Ensembles zu Gast, darunter das Freiburger Barockorchester, das SWR Sinfonieorchester, das Leipziger Gewandhausorchester, das Mozarteumorchester, die Camerata Salzburg, das Orchestre des Champs-Élysées, Les Arts Florissants, das Orchestra of the Eighteenth Century, das Concertgebouw-Orchester, das Chamber Orchestra of Europe, das Orchestra of the Age of Enlightenment, das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das Chicago Symphony Orchestra und das Australian Chamber Orchestra. Er trat mit renommierten Künstlern wie John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, François-Xavier Roth, Bernhard Haitink, Daniel Harding, Frans Brüggen, Trevor Pinnock, Giovanni Antonini, Jean-Guihen Queyras, Isabelle Faust, Alina Ibragimova, Rachel Podger, Carolyn Sampson, Anne Sofie von Otter, Mark Padmore, Matthias Goerne und Julian Prégardien auf.

    Neben seiner Tätigkeit als Solist ist er zunehmend als Dirigent gefragt und widmet sich weiterhin der Musik des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts mit Ensembles wie The English Concert, Tafelmusik, Collegium Vocale Gent, dem Kammerorchester Basel, Juilliard 415, der Kammerakademie Potsdam und dem Dunedin Consort. Zu seinen Arbeiten mit The English Concert zählen Händels «Chandos Anthems», Purcells «Oden» und Bachs «Johannespassion», während er im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit dem Dunedin Consort und der Kammerakademie Potsdam unter anderem Bachs „Matthäuspassion“ dirigierte. Kristian ist Erster Gastdirigent sowohl des Freiburger Barockorchesters als auch von The English Concert. Im Jahr 2025 wurde er zum «Associate Artist» des Irish Chamber Orchestra ernannt.

    Kristians umfangreiche und preisgekrönte Diskografie umfasst über 30 Alben, die grösstenteils bei Harmonia Mundi erschienen sind, darunter die Gesamtaufnahme der Klavierwerke Mozarts (Diapason d’Or de l’Année, Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und Caecilia-Preis); Schuberts «Die schöne Müllerin» mit Julian Prégardien; die Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte von Beethoven mit dem Freiburger Barockorchester; einen laufenden Zyklus der gesamten Mozart-Klavierkonzerte mit dem Freiburger Barockorchester (ECHO Klassik); Bachs Violinsonaten mit Isabelle Faust; Mozarts Violinsonaten mit Petra Müllejans; sowie Lieder von Beethoven und Mozart und Schumanns «Dichterliebe» mit Mark Padmore (Edison Award). Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen zwei weitere Bände mit Mozarts Klavierkonzerten mit dem Freiburger Barockorchester, die 2024 aufgenommen wurden.

    In der Saison 2026/27 tritt Kristian als Solist auf und dirigiert eine Reihe von Orchestern, darunter das Melbourne Symphony Orchestra, Concerto Copenhagen, das Kammerorchester Basel, das Tafelmusik Baroque Orchestra, das Irish Chamber Orchestra, das Stavanger Symphony Orchestra, die Camerata Salzburg und das Musikkollegium Winterthur. Zu seinen Debüts zählen Auftritte als Solist beim Seoul Philharmonic, beim Netherlands Chamber Orchestra, das er als Dirigent begleitet, beim Jupiter Ensemble in der Wigmore Hall mit einem reinen Bach-Programm sowie beim Orchestra della Svizzera italiana mit Sol Gabetta als Solistin. Er tourt mit The English Concert in seiner Rolle als Erster Gastdirigent durch Spanien und gibt Solokonzerte in Neuseeland und Australien mit Anne Sofie von Otter, in Spanien mit Julian Prégardien sowie in ganz Nordamerika mit Isabelle Faust. Zu den weiteren Höhepunkten zählen ein Solokonzert beim Bachfest Leipzig und Auftritte mit Sol Gabetta beim Klosters Festival.

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Solistin

  • Alina Ibragimova

    Alina Ibragimova, Violine

Eindrücke

Abendprogramm

Hör-Impuls
Der 2. Satz von Bachs Sinfonie beginnt lyrisch, die Streicher unisono, mysteriös und dennoch hell. Dieser Satz gehört zu den längsten symphonischen Sätzen, die Bach geschrieben hat und zeigt beispielhaft seine Innovationen: die Melodien, einfache Harmonien und zahlreiche Klangfarben. Das hat einen belebenden Effekt auf die Zuhörer:innen und unterhält gleichermassen.

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