Gegen dasEstablishment– Ausverkauft –

15.02.2024 | 19:30 Uhr
Basel, Stadtcasino

Portrait der Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Sie schaut mit angedeutetem Lächeln seitlich an der Kamera vorbei.

Unser Abokonzert «Gegen das Establishment» ist ausverkauft. Es sind keine Resttickets an der Abendkasse verfügbar.

Programm

Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr mit Heidy Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Paul-Sacher-Stiftung

György Ligeti
Konzert für Violine und Orchester

György Ligeti
«Mysteries of the Macabre», drei Arien aus der Oper «Le Grand Macabre»,
arr. von Elgar Howarth

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 in G-Dur für Sopran und Kammerensemble,
arr. von Nicolas Bolens

Konzertdetails

Wenn einer die neue Musik süffig gemacht hat, dann er: György Ligeti. Und bei Mahler hängt der Himmel voller Geigen.

In seinem Violinkonzert schöpft György Ligeti aus den Vollen. Ein nur 25-köpfiges Orchester, aber das hat es in sich: jahrtausendealte Okarinas, asiatische Lotusflöten, viel Perkussion. Eine Musik, die sich Formen der der mittelalterlichen Notre-Dame-Schule ausleiht, bei Renaissance- und Barockmusikfloskeln auskostet, sich in javanischer Harmonik oder ungarischer und bulgarischer Folklore badet. Neuartige Klangeffekte ausserhalb des abendländischen Tonsystems und verschachtelte Rhythmen – dieses Konzert ist ein so virtuoses wie lebendiges Puzzle. Wie auch die Arien aus «Le Grand Macabre» ein schlagendes Beispiel dafür sind, dass Ligeti, dessen Geburtstag sich nun zum hundertsten Mal jährt, einer der faszinierendsten Komponisten aller Zeiten ist.

Dazu Gustav Mahlers 4. Sinfonie in einer neuen Instrumentierung von Nicolas Bolens. Sie erinnert uns daran, dass die Kraft einer Musik auch in ihrer Fähigkeit besteht, in verschiedenen Kleidern hervorragend auszusehen, oder mehr noch: dass diese verschiedenen Kleider jeweils andere Charakterzüge herausstreichen, scheinbar Bekanntes in neuem Licht zeigen…

Leitung

  • Pierre Bleuse

    Pierre Bleuse

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    Pierre Bleuse

    Pierre Bleuse ist Musikdirektor des renommierten Ensemble Intercontemporain und des Symphonieorchesters von Odense – eine Position, die er seit 2021 innehat – und fungiert zudem als künstlerischer Leiter des Pablo-Casals-Festivals in Prades.

    In der Saison 2026/27 setzt Pierre Bleuse seine langjährige Zusammenarbeit mit einer Reihe von Orchestern fort, zu denen er besonders enge künstlerische Beziehungen aufgebaut hat. Er eröffnet die Saison mit einem erneuten Gastspiel beim Tokyo Symphony Orchestra, begleitet von Hayato Sumino als Solist, und kehrt zum Orquesta y Coro Nacionales de España, zum Singapore Symphony Orchestra, zum Kammerorchester Basel und zu Les Siècles zurück, deren Saison er im Théâtre des Champs-Élysées eröffnet. Er gibt sein Debüt beim Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI und dirigiert Aufführungen von György Kurtágs zweiter Oper «Die Stechardin» in Turin und an der Mailänder Scala. Zu seinen weiteren Debüts zählen das Göteborger Symphonieorchester und das Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música, während er zudem an der Niederländischen Nationaloper das Pult für die Weltpremiere von «Red Fox» der Komponistin Du Yun unter der Regie von Barrie Kosky übernimmt.

    Er ist regelmässig zu Gast bei vielen der weltweit führenden Orchester, darunter das Royal Concertgebouw Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Orchestre de Paris, das Orchestre National de France, das Tokyo Symphony Orchestra, das Singapore Symphony Orchestra, das NDR Elbphilharmonie-Orchester, das Frankfurter Rundfunk-Sinfonieorchester, das SWR-Sinfonieorchester, das Netherlands Philharmonic Orchestra, dem Antwerpener Symphonieorchester, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Königlichen Stockholmer Philharmonischen Orchester, dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester, dem Finnischen Radio-Symphonieorchester, dem Orquesta Sinfónica de Castilla y León, dem Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo, der Auckland Philharmonia, dem Polnischen Nationalen Radio-Symphonieorchester, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, Orchestre National de Lyon, das Berner Symphonieorchester, das Basler Symphonieorchester und die Brüsseler Philharmoniker, neben vielen anderen.

    Als eine der Schlüsselfiguren der zeitgenössischen Musik wurde Bleuses Amtszeit als Musikdirektor des Ensemble Intercontemporain bis 2030 verlängert. Im Jahr 2025 eröffnete er die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Pierre Boulez in der Philharmonie de Paris mit einer wegweisenden Aufführung von «Répons» und dirigierte «Hamlet-Fantôme» am Théâtre du Châtelet sowie am Tokyo Spring Festival. Im darauffolgenden Jahr führte er das Ensemble an die renommierten BBC Proms in der Royal Albert Hall sowie an das Festival Ravel in Saint-Jean-de-Luz. Im Jahr 2024 dirigierte er Hèctor Parras Oper «Orgia» am Gran Teatre del Liceu in Barcelona.

    Er arbeitet regelmässig mit führenden internationalen Solisten zusammen, darunter Joyce DiDonato, Karita Mattila, Patricia Kopatchinskaja, Pierre-Laurent Aimard, Sol Gabetta, Bertrand Chamayou, Emmanuel Pahud sowie Renaud und Gautier Capuçon.

    Seine Diskografie umfasst zahlreiche Aufnahmen, darunter insbesondere ein hochgelobtes Ligeti-Album mit dem Ensemble Intercontemporain, das 2025 mit dem «Diapason d’Or de l’année» ausgezeichnet wurde.

    Pierre Bleuse studierte Dirigieren bei Jorma Panula in Finnland und bei Laurent Gay an der Haute École de Musique in Genf.

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Solistinnen

  • Hélène Walter

    Hélène Walter, Sopran

  • Patricia Kopatchinskaja

    Patricia Kopatchinskaja, Violine

Rund um das Konzert

Kostprobe mit Patricia Kopatchinskaja

14.02.2024 | 16.15 Uhr
Basel, Don Bosco

Die Kostprobe ist AUSVERKAUFT. Es sind keine Tickets mehr an der Tageskasse erhältlich.

Den Ligeti-Kosmos entdecken

György Ligeti gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts – das Musikmuseum widmet ihm eine ganze Ausstellung. Darin sind viele Originalmanuskripte zu sehen und Medienstationen laden zum Entdecken seiner Musik ein.

Am 15. Februar können Sie nicht nur unser Konzert geniessen, sondern noch viel weiter in den gesamten Ligeti-Kosmos eintauchen:
Die Ausstellung ist an diesem Tag eine Stunde länger geöffnet und der Eintritt zwischen 16.00 und 18.00 Uhr ist frei!

Eindrücke

Abendprogramm

Hör-Impuls
Mahlers vierte Sinfonie
beginnt, als winke sie einem zu: Ein verschmitztes Zeichen, schwer zu deuten. Ist es der Narr mit seiner Schellenkappe? Ist es das Gebimmel eines Schlittens, das zur Fahrt aufs sinfonische Glatteis einlädt? Oder handelt es sich um ein erstes Ironiesignal des musikgewordenen Erzählers, der seine Irrlichter durch alle vier Sinfoniesätze sendet? Sicher ist nur, dass Mahler das Schellenmotiv im Finale wieder erklingen lässt, damit seinen Hörer:innen das «himmlische Leben» nicht zu bekömmlich wird.

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