Politische Poeten

22.08.2026 | 19:30 Uhr
Basel, Stadtcasino

Portrait von Bar Avni, Dirigentin im Abokonzert des Kammerorchester Basel.

Programm

Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr mit Thomas Gerlich, Musikwissenschaftler
Dauer: bis ca. 21.30 Uhr inklusive Pause

Sergei Prokofjew (1891 – 1953)
Ouvertüre über hebräische Themen, op. 34a

György Ligeti (
1923 – 2006)
«Concert Românesc» für Orchester

Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975)
Kammersinfonie op. 73a (Bearbeitung nach dem Streichquartett Nr. 3 op. 73 von Rudolf Barschai)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in F-Dur, op. 102

Mitwirkende

  • Fazıl Say

    Fazıl Say, Klavier

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    Fazıl Say

    Mit seiner aussergewöhnlichen pianistischen Kunst begeistert Fazıl Say seit Jahrzehnten Publikum und Kritik weltweit – auf eine ganz eigene und unverwechselbare Weise. Seine Konzerte sind unmittelbar, offen und elektrisierend; sie überraschen, berühren und treffen direkt ins Herz.

    Seit Beginn seiner Karriere konzertiert Fazıl Say mit zahlreichen führenden Orchestern weltweit und unter der Leitung bedeutender Dirigent:innen. Dabei hat er ein vielseitiges Repertoire entwickelt, das von Bach über die Wiener Klassik und Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht und auch seine eigenen Kompositionen für Klavier umfasst. Seine Konzerttätigkeit hat ihn in Länder auf allen fünf Kontinenten geführt. Auch als Kammermusiker ist er regelmässig zu erleben. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja verbindet ihn eine langjährige Duo-Partnerschaft; zu seinen weiteren bedeutenden kammermusikalischen Partner:innen zählen Maxim Vengerov, Nicolas Altstaedt, Anastasia Kobekina und Marianne Crebassa.

    Als Komponist erhält Fazıl Say Aufträge von zahlreichen führenden Institutionen weltweit, darunter das Boston Symphony Orchestra, die BBC, die Salzburger Festspiele, der WDR, die Münchner Philharmoniker, das Wiener Konzerthaus, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Luzerner Sinfonieorchester, Cartier und die Fondation Louis Vuitton. Sein kompositorisches Schaffen umfasst sechs Sinfonien, zwei Oratorien, zahlreiche Solokonzerte sowie ein breites Spektrum an Werken für Klavier, Kammerensemble und Orchester.

    In der Saison 2026/27 geht Fazıl Say mit dem Mozarteumorchester Salzburg und Roberto González-Monjas sowie mit dem Kammerorchester Basel auf Tournee und gastiert dabei an bedeutenden Spielstätten in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. Darüber hinaus kehrt er zum hr-Sinfonieorchester mit Alain Altinoglu, zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin mit David Afkham, zum Royal Stockholm Philharmonic Orchestra mit Jukka-Pekka Saraste und zum Philharmonischen Staatsorchester Hamburg mit Omer Meir Wellber zurück sowie zur Camerata Salzburg und zum Los Angeles Chamber Orchestra. In Asien gastiert er erneut beim China Philharmonic Orchestra, Shanghai Symphony Orchestra und Guangzhou Symphony Orchestra und interpretiert dort sein Klavierkonzert „Mother Earth“ unter der Leitung von Long Yu.

    Gemeinsam mit Patricia Kopatchinskaja geht Fazıl Say auf Tournee und gastiert dabei unter anderem in Zürich, Bern, Madrid, Barcelona, Dresden und Hannover. Die Tournee fällt mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums bei Alpha Classics zusammen. Zu den weiteren Höhepunkten zählen ein Auftritt im Wiener Konzerthaus mit Gautier Capuçon sowie Soloabende in Paris, Oslo, München, Stuttgart, New York, Boston, San Francisco, Tokio und Osaka. Zudem kehrt er im Rahmen seiner Residenz beim CNDM nach Madrid zurück.

    Auch als Komponist ist Fazıl Say mit mehreren neuen Werken präsent, die in dieser Saison zur Uraufführung kommen. Dazu zählen ein Akkordeonkonzert für Ksenija Sidorova und ein neues Tripelkonzert, das von der Tonhalle Düsseldorf und dem Sinfonieorchester Liechtenstein in Auftrag gegeben wurde. Weitere Uraufführungen sind ein Saxophonquartett für das SIGNUM saxophone quartet sowie ein „Konzertstück für Klavier, Trompete und Streicher“ (2027), das vom Kammerorchester Basel in Auftrag gegeben wurde.

    Fazıl Say verfügt über eine umfangreiche Diskografie mit mehr als 50 Aufnahmen, die bei Labels wie Teldec Classics, naïve und Warner Classics erschienen sind. Seine Einspielungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter vier ECHO Klassik Awards und ein Gramophone Classical Music Award. Zu seinen bedeutenden Veröffentlichungen zählen seine vielbeachtete Gesamteinspielung der Beethoven-Klaviersonaten sowie Bachs „Goldberg-Variationen“, die beide im Januar 2020 bei Warner Classics erschienen. In der Saison 2026/27 wird sein Klavierkonzert „Mother Earth“ mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra unter Jukka-Pekka Saraste veröffentlicht, begleitet von einer ARTE-Dokumentation über die Entstehung des Werkes. Darüber hinaus erscheinen weiterhin seine eigenen Kompositionen auf seinem Label ACM. Sein jüngstes

    Album „Oiseaux Tristes“, das im September 2024 bei Warner Classics erschien, wurde mit dem OPUS KLASSIK 2025 in der Kategorie „Solistische Einspielung Instrument des Jahres“ ausgezeichnet.

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  • Bar Avni

    Bar Avni, Leitung

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    Bar Avni

    DER DURCHBRUCH. Im Jahr 2024 gewann Bar Avni den Wettbewerb La.Maestra in Paris und erhielt vier weitere Preise. Dieser Erfolg führte zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Pariser Mozart-Orchester und Claire Gibault.
    DIE IDENTITÄT. Von Diapason für ihre dynamische Präsenz und raffinierte Musikalität gepriesen, ist sie dankbar für die Unterstützung durch Mentoren wie Yoav Talmi, Barbara Hannigan, und Ayelet Geva. Ein wesentliches Element ihrer Kunst ist die Programmgestaltung – sie trifft kühne Entscheidungen und konzipiert Konzerte als ganzheitliche Erlebnisse, ähnlich wie bei der Zusammenstellung eines Menüs. Ein eindrucksvolles Beispiel ist ihr Debütalbum, das im Februar 2026 bei Alpha Classics erschienen ist. Es entstand mit dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine und vereint Werke von Charlotte Sohy, Darius Milhaud, C. P. E. Bach und Igor Strawinsky.
    DIE ERSTE STELLE. Von 2021 bis 2024 war Bar Avni während ihrer Residenz bei Bayer Kultur Chefdirigentin der Bayer Philharmoniker.
    DER PÄDAGOGISCHE ANSATZ. Bar Avni bietet Workshops an Schulen, Krankenhäusern und bei Firmenveranstaltungen an. Sie betrachtet das Dirigieren als wirksames Kommunikationsmittel, das Körperbewusstsein, nonverbalen Ausdruck und Selbstvertrauen fördert. Gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern gestaltet sie inklusive Angebote, an denen alle teilnehmen können – ganz ohne Vorkenntnisse.
    DER HINTERGRUND. Bar Avni wurde in Israel geboren und ist ausgebildete Schlagzeugerin. Sie studierte Dirigieren bei Yoav Talmi, Martin Sieghart und Ulrich Windfuhr. Ausserdem assistierte sie Dirigenten wie Gustavo Dudamel, Klaus Mäkelä, Myung-Whun Chung und Matthias Pintscher.
    DIE ZUKUNFT. In der Saison 2025/26 wird Bar Avni The.White.Book von Laura Bowler uraufführen – ein Werk nach einem Text der Nobelpreisträgerin Han Kang, komponiert für und gesungen von Barbara Hannigan. Das Stück ist eine Koproduktion des London Symphony Orchestra, der Göteborger Symphoniker und des Copenhagen Philharmonic. Sie kehrt ausserdem zum Orchestre de Paris und zum Orchestre National Bordeaux Aquitaine zurück und debütiert beim WDR Sinfonieorchester, beim Warschauer Philharmonischen Orchester, beim Niederländischen Rundfunkorchester, beim SWR Symphonieorchester, beim Orchestre de Chambre de Lausanne und beim Gulbenkian Symphony Orchestra. Darüber hinaus ist Bar Avni Villa.Albertine Artist in Residence im Jahr 2026.

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  • Kammerorchester Basel

    Kammerorchester Basel

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    Kammerorchester Basel

    Aufblühen: Musik als lebendiger Impuls

    Seit 1984 steht das Kammerorchester Basel für Spiellust, Entdeckergeist und künstlerische Exzellenz. In der Saison 2026/27 setzt das Orchester unter dem Motto «Aufblühen» auf die Kraft der Musik als Quelle der Inspiration und des Wachstums, sowohl für die Musiker:innen, als auch für das Publikum und die nächste Generation.

    Ob im Stadtcasino Basel, im eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco oder auf Tourneen: Das Orchester verbindet Tradition mit Innovation. Von Alter Musik auf historischen Instrumenten bis hin zu zeitgenössischen Werken entsteht ein unverwechselbarer Klang, der stilistische Offenheit und Leidenschaft für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau atmet. Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.

    2019 wurde das Kammerorchester Basel als erstes Orchester mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet und damit für seine künstlerische Tiefe und Vielseitigkeit gewürdigt. Langfristige Projekte wie Haydn2032 zeigen die Freude an tiefer Auseinandersetzung mit besonderen Werken und formen eine preisgekrönte Diskografie.
    Die regelmässige Zusammenarbeit mit Dirigent:innen wie Francesco Corti, Bar Avni, Krzysztof Urbański und Giovanni Antonini lassen inspirierende Partnerschaften entstehen. In dieser Saison blüht das Orchester weiter auf mit wunderbaren Künstler:innen wie Fazıl Say, Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Hayato Sumino, Nemanja Radulović und dem Tölzer Knabenchor u. a.

    Ein zentraler Aspekt des Kammerorchester Basel ist die zukunftsweisende Vermittlungsarbeit. Durch partizipative Projekte und den kreativen Austausch mit Kindern und Jugendlichen wird Musik erlebbar und pflanzt sich wie ein Same weiter fort.

    Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.

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Konzertdetails

Ein Exilrusse schreibt heimatlich inspirierte Sehnsuchtsmusik. Ein Russe, der daheimblieb, schreibt süsseste Seelenmusik. Und ein Ungar beschwört die Kraft des Rhythmus.

Als Sergei Prokofjew 1918 seine Heimat verlässt, um in Amerika hoffentlich grosse Karriere zu machen, wird er enttäuscht: Keiner hat hier auf ihn gewartet. Umso mehr freut er sich, ein befreundetes jüdisches Ensemble wieder zu treffen, für das er voller Elan sogleich eine Ouvertüre komponiert – die, wie schön, «ziemlichen Erfolg» hat. Landsmann und Kollege Dmitri Schostakowitsch bleibt dagegen in Russland und wird dort zum mal hofierten, dann wieder geächteten Spielball der Parteipolitik. Aber seinen Erzfeind Stalin überlebt er und schreibt dann für seinen geliebten Sohn Maxim ein effektvolles, emotionales, hochromantisches Klavierkonzert.

Und noch mehr Schostakowitsch: Ein Streichquartett, das Dirigentenfreund Rudolf Barschai virtuos in eine Kammersinfonie verwandelt und klanglich aufgefächert hat. Auch György Ligeti hat (wie sein Landsmann Béla Bartók) osteuropäische Volksmelodien gesammelt und in seine eigene Musik eingearbeitet. So ist auch das vibrierende «Concert Românesc» entstanden, eine Apotheose der Fröhlichkeit.

Eindrücke

Hör-Impuls
Im letzten Satz seines «Concert Românesc» macht György Ligeti
aus einigen rumänischen Volkstänzen den herrlich überkandidelten Wettstreit einer Dorfkapelle. Unmittelbar vor Schluss klingen in den Tumult plötzlich wie aus der Ferne Alphorn-Töne hinein – Ligetis nostalgische Erinnerung an ein unvergessliches Kindheitserlebnis in den Karpaten.

Partner:innen

Mit freundlicher Unterstützung des

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Weitere ungenannte Mäzene

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