header_beige mit blauen bubbles

Philosophen und Poeten

20.09.2025 | 19:30 Uhr
Basel, Don Bosco

Portrait von Christian Gerhaher

Programm

Dauer: bis ca. 21.30 Uhr inklusive Pause

Franz Schubert (1797 – 1828)
Sinfonie Nr. 5 in B-Dur, D 485

Othmar Schoeck (1886 – 1957)
Elegie, op. 36

Konzertdetails

Töne aus anderen Welten. Schoeck ist melancholisch und wagemutig auf nie betretenen Pfaden, Schubert dagegen lichtdurchflutet.

Christian Gerhaher, mit seinen klugen, tiefgründigen Interpretationen und seiner aussergewöhnlichen Technik einer der weltweit renommiertesten Lied- und Konzertsänger, lädt ein zu einer eindrücklichen Reise. Denn Othmar Schoecks Elegie, ein Zyklus von 24 Liedern auf Gedichte von Eichendorff und Lenau, ist ein grosser Wurf. Eine Meditation, ein Abgesang auf die Romantik, noch in der Spätromantik verwurzelt, doch expressiv und kühn in der Tonsprache. In ruhiger Melancholie erzählt die Elegie von vergeblicher Liebe, dunkler Waldeinsamkeit, verblassender Schönheit und vom Herbst des Lebens.

Mal spröde und expressiv, mal fein und verschattet, ist der Zyklus seltsamerweise im Konzertsaal nie richtig heimisch geworden. Ganz andere Stimmung bei Schubert. Heiter und licht, Mozart-durchflutet und zuversichtlich ist die fünfte Sinfonie des neunzehnjährigen Genies. Fast eine Liebeserklärung an den hochverehrten Meister aller Meister aus Salzburg.

Leitung

  • Heinz Holliger

    Heinz Holliger, Leitung

    Biografie lesen

    Schliessen
    Heinz Holliger

    Heinz Holliger gehört zu den vielseitigsten und aussergewöhnlichsten Musi­ker­­persön­lich­keiten unserer Zeit. Geboren in Langenthal, studierte er in Bern, Paris und Basel Oboe (bei Emile Cassagnaud und Pierre Pierlot), Klavier (bei Sava Savoff und Yvonne Lefébure) und Komposition (bei Sándor Veress und Pierre Boulez). Nach ersten Preisen bei den internationalen Wettbewerben von Genf und München beginnt für ihn eine unvergleichliche Karriere als Oboist. Einige der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart widmen ihm ihre Wer­­ke. Aber auch die Wiederentdeckung vergessener Werke, etwa von Jan Dismas Zelenka oder August Lebrun, zählen zu seinen herausragenden Leistungen. 

    Als Dirigent arbeitet Heinz Holliger seit vielen Jahren mit weltweit führenden Orchestern und Ensembles. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und Prei­­se (Ernst-von-Siemens-Musik­preis, Zürcher Festspielpreis, Rheingau-Musik­­preis, Robert Schumann-Preis, u.a.) sowie Schall­plat­ten­aus­zeichnungen (Diapason d’Or, Midem Classical Award, Edison-Award, Grand Prix Mondial du Disque, mehrere Deutsche Schall­platten­preise). 2015 wurde dem Künstler der Grand Prix Suisse de Musique verliehen. 2016 wurde er zum Ehren­mit­glied der American Academy of Arts and Sciences ernannt. 2017 erhielt er den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau und 2022 den Schumann-Preis der deutschen Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

    Heinz Holliger ist einer der gefragtesten Komponisten unserer Zeit. Zu seinen Werken zählen die Oper «Schneewittchen», der «Scardanelli-Zyklus», das Violin­kon­zert, «COncErto» für Orchester, «Dämmerlicht» für Sopran und Orchester, «Romancendres» für Cello und Klavier, «Increschantüm» für Sopran und Streichquartett, «Reliquien» nach Worten von Franz Schubert für Sopran, Klarinette und Klavier sowie zahlreiche weitere Werke für Vokal- und Instrumental­ensembles, Kammer- und Solobe­setzungen. 2018 wurde an der Zürcher Oper seine zweite Oper «Lunea» uraufgeführt.

    Bei Sony ist die Elegie von Schoeck mit Christian Gerhaher und dem Kammerorchester Basel erschienen. Die WERGO-Box «Bernd Alois Zimmermann – Recomposed» erhielt 2023 den Preis der deutschen Schallplatten­kritik, sowie mit dem Diapason d'Or und dem Choc des Magazins Classica zwei der bedeutendsten unabhängigen Schallplattenpreise Frankreichs für klassische Musik.

    Schliessen

Solist

  • Christian Gerhaher

    Christian Gerhaher, Bariton

    Biografie lesen

    Schliessen
    Christian Gerhaher

    Während seiner Studienzeit bei Paul Kuën und Raimund Grumbach besuchte Christian Gerhaher an der Münchner Hochschule für Musik die Opernschule und studierte dort
    Liedgesang bei Friedemann Berger. Neben einem Medizinstudium rundete er seine stimmliche Ausbildung in Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh ab. Derzeit betreut Christian Gerhaher gemeinsam mit Gerold Huber eine Klasse in Liedgestaltung an der Münchner Hochschule für Musik und Theater und unterrichtet zudem gelegentlich an der Royal Academy of Music in London.
    Gerold Huber und er widmen sich als Duo nun seit weit über 30 Jahren der Liedinterpretation – in Konzerten und Aufnahmen –, seit langem mit bedeutenden Preisen
    ausgezeichnet. Das Lied-Duo tritt regelmäßig in den internationalen Liedzentren auf: in den New Yorker Sälen, in Muziek- und Concertgebouw Amsterdam, in der Kölner, Luxemburger und Berliner Philharmonie, der Pariser Cité de la musique, in Konzerthaus und Musikverein Wien, im Madrider Teatro de la Zarzuela, in der Mailänder Scala sowie besonders häufig in der Londoner Wigmore Hall; darüber hinaus bei den Festivals in u.a. München, Aix, Heidelberg, Salzburg, Granada, Berlin, Luzern, Edinburgh, Rheingau und Schleswig Holstein.
    Die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Daniel Harding, Simon Rattle, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink, Pierre Boulez, Christian Thielemann, Kirill Petrenko, Nikolaus Harnoncourt, Antonio Pappano, Daniel Barenboim, Andris Nelsons und Mariss Jansons führt Christian Gerhaher in die bedeutenden Konzertsäle der Welt. Zu den Orchestern, mit denen er besonders häufig arbeitet, zählen das London Symphony Orchestra, das Amsterdamer Concertgebouworkest und besonders die Berliner Philharmoniker, deren Artist in Residence er als erster Sänger war, sowie die Symphonieorchester des Schwedischen und speziell des Bayerischen Rundfunks.
    Besonders markante Projekte der vergangenen Saison waren die erneuten Begegnungen mit Kirill Petrenko und Simon Rattle in Konzerten mit den Berliner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie auf der Opernbühne Christian Gerhahers Debüt an der Metropolitan Opera als Wolfram und zum Saisonende sein Rollendebüt als Golaud in der Neuproduktion von Debussys Pelléas et Mélisande in der Regie von Jetske Mijnssen bei den Münchner Opernfestspielen – eine Partie, mit der Gerhaher sein Opernfach deutlich erweitert hat.
    Die Liederabende der laufenden Saison stehen ganz im Zeichen Robert Schumanns - nach der einzigartigen Einspielung des gesamten Schumannschen Liedschaffens bei Sony Classical stellen Christian Gerhaher und Gerold Huber in vier verschiedenen Liedprogrammen, darunter ein Programm im Duo mit Julia Kleiter, eine breite Auswahl aus dieser Sammlung dem Publikum auch in Konzerten vor, z. B. in Dublin, Cambridge, Dallas, Montreal und Princeton, im März 25 auf einer Asientournee in Seongnam, Shanghai, Taipeh, Hongkong und Tokyo. Die Londoner Wigmore Hall, in der sogar alle vier Programme in dieser laufenden Saison zu erleben sind, die Schubertiade Hohenems, die Münchner Opernfestspiele und die Salzburger Festspiele sind Partner bei diesem Schumann-Projekt.
    Gemeinsam mit Tabea Zimmermann ist das Duo in Kammermusikkonzerten in Turin, Siena, Luxembourg und München zu erleben, auf dem Programm u.a. Werke von Rihm, Schumann und Brahms.
    In konzertanten Opernaufführungen ist der Bariton in Stockholm (Tristan/Kurwenal mit Swedish Radio Symphony Orchestra und Daniel Harding) und beim Tokyo Spring Festival (Parsifal/Amfortas mit NHK Symphony Orchestra und Marek Janowski) zu erleben. Darüberhinaus in Konzerten bei den Bamberger Symphonikern mit Petr Popelka, in der New Yorker Carnegie Hall mit Raphael Pichon, bei der Accadémia di Santa Cecilia in Rom unter Daniel Harding (mit Schumanns Faust-Szenen) sowie mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Daniele Gatti (Mahler, Lieder aus des Knaben Wunderhorn).
    Auf der Opernbühne ist Christian Gerhaher ein gesuchter Darsteller, ausgezeichnet u.a. mit dem »Laurence Olivier Award« oder dem Theaterpreis »Der Faust«. Zu seinen Partien zählen u. a. Posa (Verdi, Don Carlo), Amfortas (Wagner, Parsifal), Lenau (Holliger, Lunea, UA 2018), Figaro und Conte (Mozart, Le nozze di Figaro) sowie die Titelpartien in Monteverdis L‘Orfeo, in Mozarts Don Giovanni, in Debussys Pelléas et Mélisande, in Verdis Simon Boccanegra und in Henzes Der Prinz von Homburg. Ein Meilenstein in Christian Gerhahers Opernlaufbahn war seine Darstellung des Wozzeck im September 2015 in Andreas Homokis gefeierter Inszenierung am Opernhaus Zürich. Die Schlüsselrolle des Wolfram in Wagners Tannhäuser ist weiterhin eine Konstante in seinem Kalender an den Häusern von Berlin, Wien, London und München sowie bei den Salzburger Osterfestspielen mit Andris Nelsons am Pult des Gewandhausorchesters. An der ihm eng verbundenen Oper Zürich beginnt Christian Gerhaher die Saison mit einer Wiederaufnahme von Simon Boccanegra und beschließt sie ebendort mit einer szenischen Neuproduktion (R: erneut Andreas Homoki, der damit seine Intendanz beendet) von Mendelssohns Elias. 
    Als Exklusiv-Partner veröffentlicht Christian Gerhaher seine CDs bei Sony Music. Mit seinem Pianisten Gerold Huber liegen hier u.a. die Zyklen Schuberts, Schumanns und Mahlers vor. Im Herbst 2021 erschien – ein heutzutage einmaliges Projekt, das das Lied-Duo über Jahre hinweg begleitet und beschäftigt hat – die Gesamteinspielung sämtlicher Lieder Robert Schumanns in einer Box bei seinem Exklusivlabel Sony Classical: Alle Lieder ist eine Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Heidelberger Frühling. Anfang 2022 erschienen in dichter Folge die Einspielungen von Schoecks Elegie mit dem Kammerorchester Basel und Heinz Holliger, von Holligers Dichteroper Lunea (bei ECM) und von Rihms Stabat Mater gemeinsam mit Tabea Zimmermann, außerdem sein Lyrisches Tagebuch (eine Essaysammlung zur Liedinterpretation) beim C. H. Beck-Verlag. 2023 erschien zuletzt Mahlers Lied von der Erde mit Piotr Beczała als Tenorpartner und dem überragenden Gerold Huber am Klavier.
    Christian Gerhaher und seine Frau leben mit ihren drei Kindern in München.

    Schliessen

Orchester

  • Kammerorchester Basel

    Kammerorchester Basel

    Biografie lesen

    Schliessen
    Kammerorchester Basel

    Aufblühen: Musik als lebendiger Impuls

    Seit 1984 steht das Kammerorchester Basel für Spiellust, Entdeckergeist und künstlerische Exzellenz. In der Saison 2026/27 setzt das Orchester unter dem Motto «Aufblühen» auf die Kraft der Musik als Quelle der Inspiration und des Wachstums, sowohl für die Musiker:innen, als auch für das Publikum und die nächste Generation.

    Ob im Stadtcasino Basel, im eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco oder auf Tourneen: Das Orchester verbindet Tradition mit Innovation. Von Alter Musik auf historischen Instrumenten bis hin zu zeitgenössischen Werken entsteht ein unverwechselbarer Klang, der stilistische Offenheit und Leidenschaft für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau atmet. Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.

    2019 wurde das Kammerorchester Basel als erstes Orchester mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet und damit für seine künstlerische Tiefe und Vielseitigkeit gewürdigt. Langfristige Projekte wie Haydn2032 zeigen die Freude an tiefer Auseinandersetzung mit besonderen Werken und formen eine preisgekrönte Diskografie.
    Die regelmässige Zusammenarbeit mit Dirigent:innen wie Francesco Corti, Bar Avni, Krzysztof Urbański und Giovanni Antonini lassen inspirierende Partnerschaften entstehen. In dieser Saison blüht das Orchester weiter auf mit wunderbaren Künstler:innen wie Fazıl Say, Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Hayato Sumino, Nemanja Radulović und dem Tölzer Knabenchor u. a.

    Ein zentraler Aspekt des Kammerorchester Basel ist die zukunftsweisende Vermittlungsarbeit. Durch partizipative Projekte und den kreativen Austausch mit Kindern und Jugendlichen wird Musik erlebbar und pflanzt sich wie ein Same weiter fort.

    Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.

    Schliessen

Eindrücke

Hör-Impuls
Die 5. Sinfonie von Franz Schubert beginnt in B-Dur, ganz ohne Einleitung. Die Holzbläser setzen eine zarte Kadenz bevor ein liedhaftes Streicherthema im Pianissimo voller Anmut und Eleganz erklingt.

Partner:innen

Mit freundlicher Unterstützung des

Logo Freundeskreis Kammerorchester Basel
Schliessen