Nachtklang im Museum II: Wo das Wort vorbeifliegt
Programm
Streichtrios von Ludwig van Beethoven und Gideon Klein.
Texte von Hilde Domin, Mascha Kaléko, Selma Merbaum, Rose Ausländer u. a.
Mitwirkende
Musiker:innen des Kammerorchester Basel und Gäste
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Dmitry Smirnov, Violine
Über Dmitry
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Antonio Viñuales Pérez, Viola
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Christoph Dangel, Violoncello
Über Christoph
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Hannah Im Hof, Rezitation
Konzertdetails
Der Nachtklang im Jüdischen Museum Schweiz stellt Texte jüdischer Autorinnen der Musik Ludwig van Beethovens und Gideon Kleins gegenüber.
Der tschechisch-jüdische Komponist Gideon Klein schrieb sein Streichtrio als junger Mann in seinen Zwanzigern im KZ Theresienstadt und beendete es am 7.10.1944, neun Tage vor seinem Abtransport nach Auschwitz. Die Partitur, die er einer Freundin anvertraut hatte, gelangte nach dem Krieg in die Hände seiner Familie und wurde schliesslich im Jahre 1993 ediert.
Das Streichtrio beschwört klingend den existenziellen Kampf im Lager, aber auch die Macht der Musik. Fern von jeder Larmoyanz, kraftvoll und selbstbewusst greift es auf mährische Volkslieder zurück, die es in einfacher und geradliniger Weise verarbeitet. Unter den Inhaftierten waren viele Musiker:innen, und es wurde den herrschenden Umständen zum Trotz viel musiziert, das klassische Repertoire der Kammermusik gepflegt – gut möglich, dass Beethovens Streichtrios dort erklangen.
Auch Ludwig van Beethoven schrieb als junger Mann, mit 27 Jahren, die Streichtrios op. 9. Besonders mit dem dritten Streichtrio in c-Moll, der «Sturm-und-Drang»-Tonart, entwickelt er die Form weiter und bricht sie auf. Mit nur drei Instrumenten lässt er etwas völlig Neues entstehen: Die Stimmen treten solistischer auf, manchmal meint man gar eine vierte Stimme zu hören. So belebt Beethoven die klassische Form auf seine Weise durch originelle Impulse und radikale Kontraste, klangliche Verdichtung und spannungsreiche Dramatik.
Auch die meisten der für diesen Abend ausgewählten Gedichte sind Texte junger jüdischer Autorinnen. Sie haben immer wieder den Holocaust zum Thema, bringen die eigene Not als direkt Betroffene zum Ausdruck oder setzen sich im Rückblick mit dem Unfassbaren auseinander. Oft geht es aber auch um Fragen des eigenen Daseins, der künstlerischen Identität, Fragen von Menschlichkeit und Würde und einem friedlichen Zusammenleben in der Zukunft. Diesen humanistischen Horizont haben sie mit der Musik gemein. Letztlich sind es Fragen, die uns auch heute wieder mit grösserer Dringlichkeit beschäftigen. Die Worte, die vorbeifliegen und uns möglicherweise unwiderruflich treffen, könnten uns dabei helfen.
Nachtklang im Museum – die Konzertreihe
Der Nachtklang, die etwa einstündige entspannte Konzertreise in unterschiedliche musikalische Gefilde, ist in der Saison 2026/27 in vier Basler Museen zu Gast. Die Musiker:innen des Kammerorchester Basel setzen sich musikalisch mit den Ausstellungen, die sie umgeben, auseinander.
Dem Publikum bietet sich die Gelegenheit, vor dem Konzert die jeweiligen Ausstellungen zu besuchen und im Anschluss die Musik zu geniessen.
Einlass ins Museum
Eine Stunde vor Konzertbeginn
Dauer der Konzerte
60 – 70 Minuten, ohne Pause
Ticketpreis
Konzert inkl. Museumseintritt: CHF 40.-
Alle Konzerte der Reihe «Nachtklang im Museum» sind auch als Nachtklang-Pass zum Vorteilspreis erhältlich.
Partner
Mit freundlicher Unterstützung des
