Nachtklang im Museum

11.02.2027 | 20:00 Uhr
Basel, Jüdisches Museum Schweiz

Nachtklang im Museum II: Wo das Wort vorbeifliegt

Programm

Streichtrios von Ludwig van Beethoven und Gideon Klein.

Texte von Hilde Domin, Mascha Kaléko, Selma Merbaum, Rose Ausländer u. a.

Mitwirkende

Musiker:innen des Kammerorchester Basel und Gäste

  • Dmitry Smirnov

    Dmitry Smirnov, Violine

    Über Dmitry

    Schliessen
    Dmitry Smirnov

    Dem Geiger Dmitry Smirnov wird eine «überschwängliche künstlerische Persönlichkeit und ein wunderbarer Klang, so flexibel und sensibel» nachgesagt. Dmitrys Finesse und Flexibilität erstreckt sich auf ein breites Spektrum von Formen und Genres, darunter Solo- und Kammermusik, alte und zeitgenössische Musik und alles, was dazwischen liegt. Seine frühen Studien am Staatlichen Rimski-Korsakow-Konservatorium in Sankt Petersburg, am Lausanner Institut für Höhere Musikstudien und an der Musikakademie Basel bei Mentoren wie Elena Zaiceva, Pavel Vernikov und Rainer Schmidt haben ihm zahlreiche Erfolge in der Branche beschert.

    Zu Dmitrys Engagements in der Saison 2023/24 gehören Aufführungen von Max Regers Symphonischer Rhapsodie mit dem Dirigenten Jakub Przybycien und The Lucerne Collective, Strawinskys Violinkonzert mit Delyana Lazarova und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie Tschaikowskys Konzert mit Johannes Schlaefli und dem Collegium Musicum Basel. Dmitry ist in dieser Saison auch Preisträger des Classeek Ambassador Programms, wo er von Sonia Simmenauer nominiert wurde.

    Als Solist hat er sich u .a. bei Auftritten mit dem Orchester des Mariinsky Theaters Sankt-Petersburg, dem Philharmonischen Staats- und Kammerorchester Moskau, den Festival Strings Lucerne, dem Sinfonieorchester Basel, dem Argovia Philharmonic etabliert. Zu seinen internationalen Auszeichnungen gehören u. a. der 2. Preis beim ARD Musikwettbewerb 2021, der 3. Preis und die beste zeitgenössische Interpretation beim Concours international Long-Thibaud-Crespin 2018, der 1. Preis und der Publikumspreis beim Concours international de violon Tibor Varga 2015.

    Mit Dmitrys jüngster Veröffentlichung mit dem Dirigenten Heinz Holliger und dem Kammerorchester Basel bei Prospero Classical geht er über die Grenzen seines Könnens hinaus und zeigt seine einzigartigen Interpretationen von Werken von Lalo, Saint-Saëns und anderen, gespielt auf Darmsaiten. Darüber hinaus fügen seine eigenen Arrangements von Volksmusik und Liedrepertoire dieser musikalischen Erkundung eine neue Dimension hinzu.

    In seinem Debüt-Soloalbum taucht Dmitry in die ausdrucksstarken Farben der Violine ein und wird für seine Fähigkeit gelobt, «die extreme Virtuosität des Schreibens mit einer erstaunlichen Kühnheit zu beherrschen und mit dem Reichtum einer scheinbar unbegrenzten Vorstellungskraft zu fesseln» (Diapason, Avril 2021), indem er eine neue Perspektive auf Werke von Bach, Bartok und Schneeberger bietet.

    Dmitrys Programme und Projekte sind von menschlichen und politischen Kontexten geprägt und werden mit Bedacht zusammengestellt. Seine bevorstehende Zusammenarbeit mit FHR befasst sich mit Soloviolinwerken von Eugene Ysaÿe und wirft ein Licht auf weniger bekannte Komponisten des 20. Seine Arbeit mit angesehenen Gruppen wie Il Pomo D'oro und Il Giardino Armonico hat ihn zu innovativen Projekten wie M.A.D, 'Trio Infernale', 'Blattspiel Quartet' und 'Hypocantus' inspiriert, die seine Vielseitigkeit und Leidenschaft für Entdeckungen unter Beweis stellen.

    Schliessen
  • Antonio Viñuales Pérez

    Antonio Viñuales Pérez, Viola

  • Christoph Dangel

    Christoph Dangel, Violoncello

    Über Christoph

    Schliessen
    Christoph Dangel

    Seit Abschlus des Studiums bei Thomas Demenga an der Musikhochschule Basel ist der gebürtige Würzburger als Solocellist beim Kammerorchester Basel tätig. Die intensive Zusammenarbeit des Orchesters insbesondere mit Giovanni Antonini hat seinen persönlichen Stil geprägt. Für seine rege und vielseitige Konzerttätigkeit als Kammermusiker steht das jahrelange Engagement für das Ensemble camerata variabile basel, das in seinen Programmen Auftragswerke mit älterer Musik kombiniert. Hinzu kommen Einladungen zu internationalen Festivals, wo er mit Musikern wie Joshua Bell, Viktoria Mullova, Wolfram Christ, Thomas Demenga, Riccardo Minasi, Bobby McFerrin oder dem Salagon Quartett musiziert hat.
    Christoph Dangel ist ebenfalls Solocellist im Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock und wird von anderen Ensembles eingeladen wie Il giardino armonico oder dem Orchestre Champs-Elysées unter Philippe Herreweghe. 2013 ist bei deutsche harmonia mundi Viaggio italiano erschiedenen, sein erstes Soloalbum mit Cellosonaten aus der Wiesentheider Sammlung. Als Dozent für historisches Cello unterrichtet er an der Hochschule in Freiburg i. Br. Ausserdem engagiert er sich für die Akademie des Balthasar-Neumann-Ensemble, die Akademie des Kammerorchester Basel und einem postgradualen Studiengang in Havanna.

    Was machst Du gerne in deiner Freizeit?
    Freizeit?

    Was magst Du am meisten daran, Musiker zu sein?
    Musik!

    Mit welchem weltberühmten Musiker möchtest Du gerne zu Abend essen?
    Mit Luigi Boccherini, in einer italienischen Trattoria selbstverständlich.

    Schliessen
  • Hannah Im Hof

    Hannah Im Hof, Rezitation

Konzertdetails

Der Nachtklang im Jüdischen Museum Schweiz stellt Texte jüdischer Autorinnen der Musik Ludwig van Beethovens und Gideon Kleins gegenüber.

Der tschechisch-jüdische Komponist Gideon Klein schrieb sein Streichtrio als junger Mann in seinen Zwanzigern im KZ Theresienstadt und beendete es am 7.10.1944, neun Tage vor seinem Abtransport nach Auschwitz. Die Partitur, die er einer Freundin anvertraut hatte, gelangte nach dem Krieg in die Hände seiner Familie und wurde schliesslich im Jahre 1993 ediert.
Das Streichtrio beschwört klingend den existenziellen Kampf im Lager, aber auch die Macht der Musik. Fern von jeder Larmoyanz, kraftvoll und selbstbewusst greift es auf mährische Volkslieder zurück, die es in einfacher und geradliniger Weise verarbeitet. Unter den Inhaftierten waren viele Musiker:innen, und es wurde den herrschenden Umständen zum Trotz viel musiziert, das klassische Repertoire der Kammermusik gepflegt – gut möglich, dass Beethovens Streichtrios dort erklangen.

Auch Ludwig van Beethoven schrieb als junger Mann, mit 27 Jahren, die Streichtrios op. 9. Besonders mit dem dritten Streichtrio in c-Moll, der «Sturm-und-Drang»-Tonart, entwickelt er die Form weiter und bricht sie auf. Mit nur drei Instrumenten lässt er etwas völlig Neues entstehen: Die Stimmen treten solistischer auf, manchmal meint man gar eine vierte Stimme zu hören. So belebt Beethoven die klassische Form auf seine Weise durch originelle Impulse und radikale Kontraste, klangliche Verdichtung und spannungsreiche Dramatik.

Auch die meisten der für diesen Abend ausgewählten Gedichte sind Texte junger jüdischer Autorinnen. Sie haben immer wieder den Holocaust zum Thema, bringen die eigene Not als direkt Betroffene zum Ausdruck oder setzen sich im Rückblick mit dem Unfassbaren auseinander. Oft geht es aber auch um Fragen des eigenen Daseins, der künstlerischen Identität, Fragen von Menschlichkeit und Würde und einem friedlichen Zusammenleben in der Zukunft. Diesen humanistischen Horizont haben sie mit der Musik gemein. Letztlich sind es Fragen, die uns auch heute wieder mit grösserer Dringlichkeit beschäftigen. Die Worte, die vorbeifliegen und uns möglicherweise unwiderruflich treffen, könnten uns dabei helfen.

Nachtklang im Museum – die Konzertreihe

Der Nachtklang, die etwa einstündige entspannte Konzertreise in unterschiedliche musikalische Gefilde, ist in der Saison 2026/27 in vier Basler Museen zu Gast. Die Musiker:innen des Kammerorchester Basel setzen sich musikalisch mit den Ausstellungen, die sie umgeben, auseinander.
Dem Publikum bietet sich die Gelegenheit, vor dem Konzert die jeweiligen Ausstellungen zu besuchen und im Anschluss die Musik zu geniessen.

Einlass ins Museum
Eine Stunde vor Konzertbeginn

Dauer der Konzerte
60 – 70 Minuten, ohne Pause

Ticketpreis
Konzert inkl. Museumseintritt: CHF 40.-
Alle Konzerte der Reihe «Nachtklang im Museum» sind auch als Nachtklang-Pass zum Vorteilspreis erhältlich.

Partner

Mit freundlicher Unterstützung des

Logo Freundeskreis Kammerorchester Basel
Schliessen