Hinweis: Das Konzert «Mozartkugeln» wird an mehreren Daten und Orten aufgeführt; das Programm bleibt überall gleich.
Programm | Clariant-Abokonzert
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Sonate für Hammerklavier und Violine in G-Dur KV, 379 Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 in D-Dur, KV 211 Rondo für Violine und Orchester in C-Dur, KV 373 Sinfonie Nr. 40 in g-Moll, KV 550
Joseph Martin Kraus (1756 – 1792) Ouvertüre zur Schauspielmusik «Olympie» (Trauerspiel von Johan Henrik Kellgren nach Voltaire) VB 133
Mitwirkende
Isabelle Faust, Violine
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«Isabelle Faust ist eine furchtlose Herrscherin im Riesenreich der Geige. (…) Immer schwebt ihr Geigenton mit einem Lächeln durch die Musik, immer triumphiert sie ohne Anstrengung in den turbulentesten und aberwitzigsten Geigengetümmeln.» Süddeutsche Zeitung, April 2023
Isabelle Faust zieht ihr Publikum mit ihren souveränen Interpretationen in ihren Bann. Jedem Werk nähert sie sich äusserst respektvoll und mit Verständnis für seinen musikgeschichtlichen Kontext und das historische Instrumentarium. Grösstmögliche Werktreue ergänzt sie durch das Bewusstsein für die Notwendigkeit, einer Komposition von der Gegenwart her zu begegnen, was ihr eine tiefgründige Begegnung mit den verschiedensten Werken ermöglicht.
Nachdem sie in sehr jungen Jahren beim renommierten Leopold-Mozart-Wettbewerb und dem Paganini-Wettbewerb gewonnen hat, gastierte sie schon bald regelmässig mit den bedeutendsten Orchestern der Welt, wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Chamber Orchestra of Europe, Les Siècles und dem Freiburger Barockorchester.
Dabei entwickelte sich eine enge und nachhaltige Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Giovanni Antonini, François-Xavier Roth, Sir John Eliot Gardiner, Daniel Harding, Philippe Herreweghe, Jakub Hrusa, Klaus Mäkelä, Robin Ticciati oder Sir Simon Rattle.
Isabelle Fausts künstlerische Neugier schliesst alle Epochen und Formen instrumentaler Partnerschaft ein. Neben den grossen sinfonischen Violinkonzerten zählen hierzu beispielsweise Schuberts Oktett auf historischen Instrumenten, Igor Stravinskys «L’Histoire du Soldat» mit Dominique Horwitz sowie György Kurtágs «Kafka-Fragmente» mit Anna Prohaska. Mit grossem Engagement hat sich Isabelle Faust bereits früh um die zeitgenössische Musik verdient gemacht: Zu ihren jüngsten Uraufführungen zählen Kompositionen von Péter Eötvös, Brett Dean, Ondřej Adámek, Rune Glerup und Vito Zuraj. Im November 2026 wird sie das Neue Konzert für Violine und Orchester von Philippe Manoury gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester uraufführen.
Zu den Höhepunkten der Saison 2026/27 gehören Tourneen mit dem Freiburger Barockorchester und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, jeweils unter der Leitung von Sir Simon Rattle, dem Salzburger Marionettentheater mit der Produktion «L’Histoire du Soldat», dem SWR Symphonieorchester unter François-Xavier Roth und der Springhead Constellation (Beethoven Tripelkonzert mit András Schiff und Jean-Guihen Queyras). Aber u. a. auch Konzerte mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Tokyo Metropolitain Symhony, den Berliner Philharmonikern und dem NDR Elbphilharmonieorchester. Ihre Residenz im Barbican Center in London umfasst Auftritte mit dem London Symphony wie dem BBC Symphony Orchestra sowie Solo- und Duoabende.
Kammermusikalisch ist sie wieder im Trio mit Tabea Zimmermann und Jean-Guihen Queyras zu erleben sowie auf einer USA Tournee im Duo mit Kristian Bezuidenhout. Im Frühjahr 2027 gibt es einen Ausblick auf das Beethoven-Jubiläum: den kompletten Klaviertrio-Zyklus (mit Alexander Melnikov und Jean-Guihen Queyras) im Muziekgebouw Amsterdam.
Ihre zahlreichen Einspielungen wurden von der Kritik einhellig gelobt und mit Preisen wie dem Diapason d’or, dem Gramophone Award und dem Choc de l'année ausgezeichnet. Die jüngsten Aufnahmen umfassen das Violinkonzert von György Ligeti (mit Les Siècles unter François-Xavier Roth) und von Benjamin Britten (mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Werke für Violine und Orchester von Pietro Locatelli (mit Il Giardino Armonico) und Werke für Violine solo von Biber, Matteis, Pisendel, Vilsmayr und Guillemain. Weitere vielbeachtete Alben hat Isabelle Faust unter anderem mit den Sonaten und Partiten für Violine solo von Johann Sebastian Bach sowie den Violinkonzerten von Ludwig van Beethoven und Alban Berg unter der Leitung von Claudio Abbado vorgelegt.
Isabelle Faust spielt die Stradivari «Sleeping Beauty» (1704) und die Guarneri del Gesù «Canary Bird» (1743), grosszügige Leihgaben der L-Bank Baden-Württemberg und der Karolina Blaberg Stiftung.
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Kristian Bezuidenhout, Hammerklavier und Leitung
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Kristian Bezuidenhout hat sich sowohl als Tasteninstrumentalist als auch als Dirigent als einer der vielseitigsten und spannendsten Musiker unserer Zeit etabliert. Der in Südafrika geborene Musiker begann sein Studium in Australien, schloss es an der Eastman School of Music (Rochester, NY) ab und lebt heute in London. Nach einer ersten Ausbildung als moderner Pianist bei Rebecca Penneys widmete er sich den historischen Tasteninstrumenten und studierte Cembalo bei Arthur Haas, Fortepiano bei Malcolm Bilson sowie Continuo-Spiel und Aufführungspraxis bei Paul O’Dette. Internationale Anerkennung erlangte Kristian erstmals im Alter von 21 Jahren, nachdem er beim renommierten Fortepiano-Wettbewerb in Brügge den ersten Preis sowie den Publikumspreis gewonnen hatte.
Kristian ist regelmässig als Solist am Fortepiano, Cembalo und modernen Klavier bei den weltweit führenden Ensembles zu Gast, darunter das Freiburger Barockorchester, das SWR Sinfonieorchester, das Leipziger Gewandhausorchester, das Mozarteumorchester, die Camerata Salzburg, das Orchestre des Champs-Élysées, Les Arts Florissants, das Orchestra of the Eighteenth Century, das Concertgebouw-Orchester, das Chamber Orchestra of Europe, das Orchestra of the Age of Enlightenment, das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das Chicago Symphony Orchestra und das Australian Chamber Orchestra. Er trat mit renommierten Künstlern wie John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, François-Xavier Roth, Bernhard Haitink, Daniel Harding, Frans Brüggen, Trevor Pinnock, Giovanni Antonini, Jean-Guihen Queyras, Isabelle Faust, Alina Ibragimova, Rachel Podger, Carolyn Sampson, Anne Sofie von Otter, Mark Padmore, Matthias Goerne und Julian Prégardien auf.
Neben seiner Tätigkeit als Solist ist er zunehmend als Dirigent gefragt und widmet sich weiterhin der Musik des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts mit Ensembles wie The English Concert, Tafelmusik, Collegium Vocale Gent, dem Kammerorchester Basel, Juilliard 415, der Kammerakademie Potsdam und dem Dunedin Consort. Zu seinen Arbeiten mit The English Concert zählen Händels «Chandos Anthems», Purcells «Oden» und Bachs «Johannespassion», während er im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit dem Dunedin Consort und der Kammerakademie Potsdam unter anderem Bachs „Matthäuspassion“ dirigierte. Kristian ist Erster Gastdirigent sowohl des Freiburger Barockorchesters als auch von The English Concert. Im Jahr 2025 wurde er zum «Associate Artist» des Irish Chamber Orchestra ernannt.
Kristians umfangreiche und preisgekrönte Diskografie umfasst über 30 Alben, die grösstenteils bei Harmonia Mundi erschienen sind, darunter die Gesamtaufnahme der Klavierwerke Mozarts (Diapason d’Or de l’Année, Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und Caecilia-Preis); Schuberts «Die schöne Müllerin» mit Julian Prégardien; die Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte von Beethoven mit dem Freiburger Barockorchester; einen laufenden Zyklus der gesamten Mozart-Klavierkonzerte mit dem Freiburger Barockorchester (ECHO Klassik); Bachs Violinsonaten mit Isabelle Faust; Mozarts Violinsonaten mit Petra Müllejans; sowie Lieder von Beethoven und Mozart und Schumanns «Dichterliebe» mit Mark Padmore (Edison Award). Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen zwei weitere Bände mit Mozarts Klavierkonzerten mit dem Freiburger Barockorchester, die 2024 aufgenommen wurden.
In der Saison 2026/27 tritt Kristian als Solist auf und dirigiert eine Reihe von Orchestern, darunter das Melbourne Symphony Orchestra, Concerto Copenhagen, das Kammerorchester Basel, das Tafelmusik Baroque Orchestra, das Irish Chamber Orchestra, das Stavanger Symphony Orchestra, die Camerata Salzburg und das Musikkollegium Winterthur. Zu seinen Debüts zählen Auftritte als Solist beim Seoul Philharmonic, beim Netherlands Chamber Orchestra, das er als Dirigent begleitet, beim Jupiter Ensemble in der Wigmore Hall mit einem reinen Bach-Programm sowie beim Orchestra della Svizzera italiana mit Sol Gabetta als Solistin. Er tourt mit The English Concert in seiner Rolle als Erster Gastdirigent durch Spanien und gibt Solokonzerte in Neuseeland und Australien mit Anne Sofie von Otter, in Spanien mit Julian Prégardien sowie in ganz Nordamerika mit Isabelle Faust. Zu den weiteren Höhepunkten zählen ein Solokonzert beim Bachfest Leipzig und Auftritte mit Sol Gabetta beim Klosters Festival.
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Kammerorchester Basel
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Aufblühen: Musik als lebendiger Impuls
Seit 1984 steht das Kammerorchester Basel für Spiellust, Entdeckergeist und künstlerische Exzellenz. In der Saison 2026/27 setzt das Orchester unter dem Motto «Aufblühen» auf die Kraft der Musik als Quelle der Inspiration und des Wachstums, sowohl für die Musiker:innen, als auch für das Publikum und die nächste Generation.
Ob im Stadtcasino Basel, im eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco oder auf Tourneen: Das Orchester verbindet Tradition mit Innovation. Von Alter Musik auf historischen Instrumenten bis hin zu zeitgenössischen Werken entsteht ein unverwechselbarer Klang, der stilistische Offenheit und Leidenschaft für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau atmet. Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.
2019 wurde das Kammerorchester Basel als erstes Orchester mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet und damit für seine künstlerische Tiefe und Vielseitigkeit gewürdigt. Langfristige Projekte wie Haydn2032 zeigen die Freude an tiefer Auseinandersetzung mit besonderen Werken und formen eine preisgekrönte Diskografie. Die regelmässige Zusammenarbeit mit Dirigent:innen wie Francesco Corti, Bar Avni, Krzysztof Urbański und Giovanni Antonini lassen inspirierende Partnerschaften entstehen. In dieser Saison blüht das Orchester weiter auf mit wunderbaren Künstler:innen wie Fazıl Say, Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Hayato Sumino, Nemanja Radulović und dem Tölzer Knabenchor u. a.
Ein zentraler Aspekt des Kammerorchester Basel ist die zukunftsweisende Vermittlungsarbeit. Durch partizipative Projekte und den kreativen Austausch mit Kindern und Jugendlichen wird Musik erlebbar und pflanzt sich wie ein Same weiter fort.
Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.
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Konzertdetails
Dreamteam mit Edelhölzern: Isabelle Faust mit ihrer Stradivari, Kristian Bezuidenhout mit der Replik eines Hammerflügels aus der Mozartzeit.
Sie trafen sich Anfang der 2000er Jahre und – weil sie beide mit weit ausgefahrenen ästhetischen Antennen durch die Welt gehen – fanden sich so inspirierend, dass sie immer wieder das gemeinsame Musizieren und die geradezu perfekte Ergänzung gesucht haben. Lyrisch, silbrig, klar und hell die Stradivari, transparent und mit komplexer Tiefe das Hammerklavier. Das ist die eine Facette in diesem Programm: die Mozartsonate. Und dann zeigen Isabelle Faust und Kristian Bezuidenhout noch ihre anderen Facetten als Solistin und als Dirigent.
Und das Kammerorchester Basel lädt ein zum Klangbad. Es ist ein ausgelassenes Fest der puren Musizierfreude. Sogar mit einem Mozart-Gegenpol, dem nur wenig jüngeren Joseph Martin Kraus, der es bis ganz nach oben geschafft hat: an den schwedischen Königshof. Leider hatte er, wie Mozart, ebenfalls nur wenig Zeit. Mit nicht einmal 36 Jahren starb er an Tuberkulose. Aber mit einem inoffiziellen Ehrentitel: der zweite Mozart.