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Kostprobe mit Julia Lezhneva

15.10.2025 | 12:15 Uhr
Basel, Don Bosco

Detailbild: die Haende und Instrumente zweier Hornist:innen

Veranstaltungsdetails

Die Nachahmung der Natur war schon immer eine Inspirationsquelle für Kunst und Musik – besonders auch in der Barockzeit. Dabei ging es nicht immer um eine möglichst realistische Darstellung, sondern oft um eine symbolisch aufgeladene, vieldeutige Interpretation.
Im Zentrum des Konzertprogramms steht das Thema «Wasser» – ein lebenswichtiges Element, aber auch eine symbolische Grenze oder ein Spiegel unserer Gefühle.

In dieser Kostprobe können Sie der Sopranistin Julia Lezhneva und dem Kammerorchester Basel bei der Arbeit über die Schulter schauen. Geprobt werden Arien von N. A. Porpora, L. Vinci und R. Broschi unter der Leitung des Konzertmeisters Dmitry Smirnov.

Mit dem Programm sind die Musiker:innen in der Tonhalle Zürich, in Sentier und im Musiktheater Linz zu Gast.

Konzept, musikwissenschaftliche Begleitung, Notenedition:
Giovanni Andrea Sechi

Über die «Kostprobe»
Das Kammerorchester Basel öffnet seine Proben fürs Publikum und lässt sich bei der musikalischen Arbeit mit hochkarätigen Solistinnen und Solisten über die Schulter schauen. Sie hören exklusiv als Erste Ausschnitte aus zukünftigen CDs und Programmen für Konzerttourneen.
Die Probe dauert ca. 45 Minuten. Im Anschluss haben Sie Gelegenheit, bei Suppe und Brötli mit Musiker:innen, Solist:innen und Mitarbeiter:innen der Geschäftsstelle ins Gespräch zu kommen.

Violine und Leitung

  • Dmitry Smirnov

    Dmitry Smirnov, Konzertmeister

    Über Dmitry

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    Dmitry Smirnov

    Dem Geiger Dmitry Smirnov wird eine «überschwängliche künstlerische Persönlichkeit und ein wunderbarer Klang, so flexibel und sensibel» nachgesagt. Dmitrys Finesse und Flexibilität erstreckt sich auf ein breites Spektrum von Formen und Genres, darunter Solo- und Kammermusik, alte und zeitgenössische Musik und alles, was dazwischen liegt. Seine frühen Studien am Staatlichen Rimski-Korsakow-Konservatorium in Sankt Petersburg, am Lausanner Institut für Höhere Musikstudien und an der Musikakademie Basel bei Mentoren wie Elena Zaiceva, Pavel Vernikov und Rainer Schmidt haben ihm zahlreiche Erfolge in der Branche beschert.

    Zu Dmitrys Engagements in der Saison 2023/24 gehören Aufführungen von Max Regers Symphonischer Rhapsodie mit dem Dirigenten Jakub Przybycien und The Lucerne Collective, Strawinskys Violinkonzert mit Delyana Lazarova und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie Tschaikowskys Konzert mit Johannes Schlaefli und dem Collegium Musicum Basel. Dmitry ist in dieser Saison auch Preisträger des Classeek Ambassador Programms, wo er von Sonia Simmenauer nominiert wurde.

    Als Solist hat er sich u .a. bei Auftritten mit dem Orchester des Mariinsky Theaters Sankt-Petersburg, dem Philharmonischen Staats- und Kammerorchester Moskau, den Festival Strings Lucerne, dem Sinfonieorchester Basel, dem Argovia Philharmonic etabliert. Zu seinen internationalen Auszeichnungen gehören u. a. der 2. Preis beim ARD Musikwettbewerb 2021, der 3. Preis und die beste zeitgenössische Interpretation beim Concours international Long-Thibaud-Crespin 2018, der 1. Preis und der Publikumspreis beim Concours international de violon Tibor Varga 2015.

    Mit Dmitrys jüngster Veröffentlichung mit dem Dirigenten Heinz Holliger und dem Kammerorchester Basel bei Prospero Classical geht er über die Grenzen seines Könnens hinaus und zeigt seine einzigartigen Interpretationen von Werken von Lalo, Saint-Saëns und anderen, gespielt auf Darmsaiten. Darüber hinaus fügen seine eigenen Arrangements von Volksmusik und Liedrepertoire dieser musikalischen Erkundung eine neue Dimension hinzu.

    In seinem Debüt-Soloalbum taucht Dmitry in die ausdrucksstarken Farben der Violine ein und wird für seine Fähigkeit gelobt, «die extreme Virtuosität des Schreibens mit einer erstaunlichen Kühnheit zu beherrschen und mit dem Reichtum einer scheinbar unbegrenzten Vorstellungskraft zu fesseln» (Diapason, Avril 2021), indem er eine neue Perspektive auf Werke von Bach, Bartok und Schneeberger bietet.

    Dmitrys Programme und Projekte sind von menschlichen und politischen Kontexten geprägt und werden mit Bedacht zusammengestellt. Seine bevorstehende Zusammenarbeit mit FHR befasst sich mit Soloviolinwerken von Eugene Ysaÿe und wirft ein Licht auf weniger bekannte Komponisten des 20. Seine Arbeit mit angesehenen Gruppen wie Il Pomo D'oro und Il Giardino Armonico hat ihn zu innovativen Projekten wie M.A.D, 'Trio Infernale', 'Blattspiel Quartet' und 'Hypocantus' inspiriert, die seine Vielseitigkeit und Leidenschaft für Entdeckungen unter Beweis stellen.

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Solistin

  • Julia Lezhneva

    Julia Lezhneva, Sopran

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    Julia Lezhneva

    Die junge russische Sopranistin Julia Lezhneva überzeugt und begeistert international: ihre Stimme wird als «engelsgleich» (The New York Times) bezeichnet, sie sänge mit «reinem Ton» (Opernwelt) und «makelloser Technik» (The Guardian). Die Süddeutsche Zeitung schliesslich sieht sie als Zauberin: «Sie kann ihre Stimme fast verschwinden lassen, dabei die aberwitzigsten Vokalkunststücke und Girlandenfeuerwerke aufführen.» 

    Julia Lezhnevas internationale Karriere begann mit einem Paukenschlag, als sie 2010 bei den Classical Brit Awards in der Londoner Royal Albert Hall mit Rossinis Fra il padre auf Einladung von Dame Kiri Te Kanawa für Furore sorgte.

    Nur ein Jahrzehnt später entdeckt sie ein breites Repertoire mit verschiedenen Orchestern, Dirigenten, Opern und Oratorien. Mit grossem Erfolg gab sie ihre Debüts bei den Berliner Philharmonikern im Oktober 2019 und im Musikverein Wien im Dezember 2019. Auf Wiedereinladung kehrte sie im Januar 2020 zur Mozartwoche Salzburg zurück, diesmal unter Sir András Schiff in Mozarts Le nozze di Figaro; im Januar 2023 sang sie im Don Giovanni. Im Juni 2023 war sie erstmals an der Mailänder Scala zu Gast in Porporas Carlo il Calvo.

    Im Dezember 2020 gab sie ihr gefeiertes Debüt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Herbert Blomstedt. In der Saison 2024/25 debütierte sie u.a. beim LA Philharmonic und Atlanta Symphony sowie bei Amsterdam Baroque mit Ton Koopman. Für die laufende Saison 2025/26 finden u.a. ihre Debüts beim Concertgebouw Orkest und Klaus Mäkelä, Finish Radio Orchestra mit Giovanni Antoni sowie beim Budapest Festival Orchester mit Ivan Fischer statt.

    Orchester wie das Gewandhausorchester Leipzig, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), die Bamberger Symphoniker, das Orquestra Nacional de España, das Seattle Symphony Orchestra, das Kaohsiung Philharmonic und das Seoul Philharmonic laden Julia Lezhneva immer wieder ein und sie arbeitet regelmässig mit renommierten Dirigenten wie Adam Fischer, Giovanni Antonini, Herbert Blomstedt, Emmanuelle Haïm, Paavo Järvi, Vladimir Jurowski und Andrea Marcon zusammen.

    Julia Lezhneva ist ein willkommener Gast bei den Salzburger Festspielen, den Schwetzinger Festspielen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lucerne Festival, dem Dubrovnik Festival, dem Festival de la Vézère, dem Sion Festival, dem Nordland Musikfestukke und bei Bayreuth Baroque.

    Julia Lezhnevas Debüt in Händels Alcina (Morgana) an der Staatsoper Hamburg wurde im September 2018 jubelnd gefeiert und die Wiedereinladung für Rossinis Il barbiere di Siviglia und weitere Aufführungen von Alcina erfolgte umgehend. Im Jahr 2021 sang sie die Rolle der Poppea in einer Neuproduktion von Händels Agrippina (Regie: Barrie Kosky), 2022 die Zerlina im Don Giovanni und im Mai 2024 debütierte sie als Cherubino in Le Nozze di Figaro. Im März 2024 debütierte sie am Liceo in Barcelona in einer szenischen Aufführung von Händel Messias (Inszenierung: Robert Wilson) und wurde sofort als Cherubino für Frühjahr 2026 am Liceu verpflichtet. 2024 debütierte sie an der Opera Royal du Chateau Versailles als Galatea in Porporas Polifemo (Inszenierung Justin Way). Regelmässig ist sie Gast bei Bayreuth Baroque u.a. in Polifemo und Carlo il Calvo von Porpora sowie Poro und Flavio von Händel.

    Julia Lezhneva gibt regelmässig Liederabende. Ihr Repertoire umfasst Lieder und Arien von russischen, englischen, italienischen und deutschen Komponisten. Mit Helmut Deutsch am Klavier debütierte sie im Oktober 2024 im Brucknerhaus in Linz. Seit 2025 präsentiert sie auch erstmals das Rezitalprogramm «The Goldan Age» begleitet vom Lautenisten Luca Pianca. 2025 veröffentlichte sie mit dem Pianisten Alexander Melnikov das Album «Visiting Rachmaninoff» bei Harmonia Mundi. Die Konzerte führen die beiden u.a. in die Kölner Philharmonie, Piere-Boulez-Saal Berlin.

    Julia Lezhneva veröffentlicht exklusiv bei DECCA records. Im April 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit Concerto Köln ihr letztes Soloalbum mit Arien von Carl Heinrich Graun. Dafür erhielt sie den OPUS Klassik 2018. Jüngste Veröffentlichungen sind Hasses «Serpentes Ignei in Deserto» (2024), Porporas Polifemo und Carlo il Calvo (2023), Vivaldis Gloria mit Franco Fagioli und Diego Fasolis (2018), Porporas Germanico in Germania mit Max Emanuel Cencic (2018), Händel Arien mit Il Giardino Armonico (2015) und ihr umjubeltes Debütalbum Alleluia ebenfalls mit Il Giardino Armonico (2014), ausserdem Pergolesi - Stabat Mater mit Philippe Jaroussky, Diego Fasolis, I Barocchisti (2013). 2025 ist das Oratorium «Les Serpentes» von Hasse bei Warner/ERATO erschienen u. a. mit Les Accentes, Thibault Noally, Philippe Jaroussky, Jakub Orlinski, Bruno de Sá und David Hansen

    Julia Lezhneva wurde 1989 als Tochter zweier Geophysiker auf der russischen Insel Sachalin geboren und erhielt im Alter von fünf Jahren bereits Klavier- und Gesangsunterricht. Sie absolvierte die Gretchaninov Musikschule und führte ihre Gesangs- und Klavierstudien am Moskauer Konservatorium fort. Mit 17 Jahren erlangte sie internationale Aufmerksamkeit als sie Elena Obraztsova International Wettbewerb gewann und mit 18 Jahren zusammen mit Juan Diego Flórez das Rossini Opernfestival in Pesaro eröffnete. 2009 wurde sie mit dem ersten Preis des Pariser Opernwettbewerbs ausgezeichnet und war damit die jüngste Wettbewerbsgewinnerin seiner Geschichte. Die Zeitschrift «Opernwelt» kürte sie 2011 für ihr Debüt im La Monnaie in Brüssel zur «Jungen Sängerin des Jahres». Im folgenden Jahr trat sie bei den Victoires de la Monnaie in Brüssel auf. Zu den Lehrern und Mentoren von Julia Lezhneva gehören Dennis O'Neill, Yvonne Kenny, Elena Obraztsova, Alberto Zedda, Richard Bonynge und Thomas Quasthoff.

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