Leoš Janáček (1854 – 1928): Suite für Streichorchester
Fazıl Say (*1970) Konzertstück für Klavier, Trompete und Streicher (UA)
Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 in c-Moll, op. 35 (1933) für Klavier, Trompete und Streicher
Antonín Dvořák (1841 – 1904) Serenade für Streichorchester in E-Dur, op. 22
Mitwirkende
Lucienne Renaudin Vary, Trompete
Fazıl Say, Klavier
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Mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say seit mehr als fünfundzwanzig Jahren Publikum und Kritiker gleichermassen auf eine Weise, die in der zunehmend materialistischen und aufwändig organisierten Welt der klassischen Musik selten geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind etwas anderes. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurzum: Sie treffen ins Herz. Seit Beginn seiner Karriere hat er mit vielen namhaften amerikanischen und europäischen Orchestern sowie zahlreichen führenden Dirigenten zusammengespielt und dabei ein vielseitiges Repertoire aufgebaut, das von Bach über die Wiener Klassik (Haydn, Mozart und Beethoven) und die Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht, einschliesslich seiner eigenen Kompositionen für Klavier. Gastspiele führten Fazıl Say in unzählige Länder auf allen fünf Kontinenten, und er tritt auch immer wieder als Kammermusiker auf. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja bildet er ein langjähriges Duo; weitere namhafte Partner sind Maxim Vengerov, das Minetti Quartett, Nicolas Altstaedt und Marianne Crebassa. Als Komponist hat Fazıl Say Auftragswerke für unter anderem das Boston Symphony Orchestra, das Orpheus Chamber Orchestra, die BBC, die Salzburger Festspiele, den WDR, die Münchner Philharmoniker, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie und die Fondation Louis Vuitton geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. sechs Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke. In der Saison 2025/26 ist Fazıl Say Artist in Residence beim Schleswig-Holstein Musik Festival und beim Gstaad Menuhin Festival. Während dieser Residenzen tritt er mit langjährigen Partnerorchestern auf – darunter die Camerata Salzburg, das hr-Sinfonieorchester und die NDR Radiophilharmonie – und erlebt Uraufführungen seiner eigenen, neu in Auftrag gegebenen Werke bei beiden Festivals. Er geht auf eine China-Tournee mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und kehrt zum Tonhalle-Orchester Zürich, dem Philharmonischen Orchester Monte-Carlo und mit einem Mozart-Zyklus zu dem Münchener Kammerorchester zurück. Darüber hinaus führt Say sein neuestes Klavierkonzert «Mother Earth» in einer Reihe hochkarätiger Länderpremieren auf, unter anderem mit dem Philharmonia Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Helsinki Philharmonic, der RAI Torino und dem Orchestre National de Belgique. Rezitale führen Fazıl Say in dieser Saison an bedeutende Veranstaltungsorte, darunter in die Berliner Philharmonie, die Hamburger Elbphilharmonie, das Southbank Centre in London, die Alten Oper Frankfurt, die Kölner Philharmonie, das Festspielhaus Baden-Baden und das Muziekgebouw Amsterdam. Weitere Auftritte führen ihn in viele Städte in ganz Europa, darunter Paris, Toulouse, Rom, Mailand, Cremona, Bologna, Utrecht und Martigny. Darüber hinaus kehrt er zum Klavier-Festival Ruhr zurück und gibt Duo-Rezitale mit der Sopranistin Fatma Said im Konzerthaus Berlin und im Konzerthaus Dortmund. Als Komponist erlebt Fazıl Say in der Saison 2025/26 die Uraufführung seines Mandolinenkonzerts – ein Auftrag von Avi Avital – das beim Schleswig-Holstein Musik Festival zur Aufführung kommt. Zudem entstehen ein neues Streichquartett für das Goldmund Quartett sowie ein Konzert für antike Leier, das von dem Thessaloniki Staatsorchester in Auftrag gegeben wurde und im Wiener Musikverein uraufgeführt wird. Fazıl Say hat eine umfangreiche Diskografie mit über 50 Aufnahmen vorzuweisen, die bei Labels wie Teldec Classics, naïve und Warner Classics erschienen sind. Für sein Schaffen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter vier ECHO Klassik Awards und einem Gramophone Classical Music Award. Zu seinen Einspielungen zählen die vielgelobte Gesamtaufnahme der Beethoven-Klaviersonaten sowie Bachs «Goldberg-Variationen», beide im Januar 2020 bei Warner Classics veröffentlicht. In der Saison 2025/2026 erscheint mit «Mozart and Mevlana» ein bedeutendes neues Werk Says – ein eindrucksvoller musikalischer Dialog zwischen Ost und West, der gemeinsam mit Mozarts Requiem uraufgeführt wurde und von der Poesie Rumis inspiriert ist. Zudem veröffentlicht Say seine eigenen Kompositionen weiterhin auf seinem Label ACM. Sein aktuelles Album «Oiseaux Tristes», das im September 2024 bei Warner Classics erschienen ist, wurde 2025 mit dem OPUS KLAssIK in der Kategorie «Solistische Einspielung Instrument des Jahres» ausgezeichnet.
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Baptiste Lopez, Violine und Leitung
Über Baptiste
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Während seiner Ausbildung auf der modernen Violine bei Jean-Jacques Kantorow am Pariser Konservatorium arbeitete der französische Geiger Baptiste Lopez mit Persönlichkeiten wie Philippe Herreweghe, Sigiswald Kujiken, Robert D. Levin und Alessandro Moccia zusammen. Dabei drang er tief ein in die Kunst des Spiels auf historischen Instrumenten und begeisterte sich für den klanglichen Reichtum der Streichinstrumente mit Darmsaiten. Diese Beschäftigung mit der Alten Musik hatte einen starken Einfluss auf seine Art, Musik zu spielen, und verhalf ihm zu einem architektonischen, harmonischen und kontrapunktischen Denken nicht nur in der Alten, sondern auch in der neueren Musik – eine äusserst fruchtbare Voraussetzung für seine Karriere als Leiter unterschiedlicher Ensembles. Auf der modernen Geige spielte Lopez viel Kammermusik, aber auch in mehreren Sinfonieorchestern, so etwa in der Pariser Oper und jüngst auf Einladung von Philippe Herreweghe für drei Jahre als Konzertmeister des Sinfonieorchesters von Antwerpen. Mit dem Hintergrund als Interpret von Barockmusik wirkte er in den letzten zehn Jahren als Konzertmeister des Collegium Vocale Gent, das ihn heute noch als Konzertmeister einlädt. Er leitet unter anderem auch das Ensemble des französischen Countertenors Damien Guillon, Le Banquet Céleste sowie das Ensemble Pygmalion. Sein bevorzugtes Gebiet ist sicherlich die Interpretation klassischer und romantischer Musik auf Originalklang-Instrumenten. Dies nicht nur in Ensembles wie dem Orchestre des Champs-Élysées, Il Convito oder Chambre Philharmonique, sondern auch als Kammermusiker vor allem mit dem 2008 gegründeten Edding Quartet, mit dem Baptiste Lopez zahlreiche Konzerte gegeben und CDs aufgenommen hat, Kammermusik von Haydn, Beethoven, Brahms und Schumann auf Darmsaiten. Nach vielen Jahren der Konzentration auf Kammermusik will er den Schwerpunkt jetzt stärker auf das Orchester-Repertoire legen. Mit der Pianistin Maude Gratton hat er 2016 ein Kammerorchester gegründet, das er als Konzertmeister leitet. Jüngst begann seine Zusammenarbeit als Konzertmeister mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble auf Einladung von dessen Dirigenten Thomas Hengelbrock. Seit Juni 2018 ist er Konzertmeister beim Kammerorchester Basel.
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Kammerorchester Basel
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Spiellust und musikalischer Entdeckergeist zeichnen das Kammerorchester Basel seit seiner Gründung 1984 aus. Mit grosser Energie und stilistischer Offenheit widmen sich die Musiker:innen einem breiten Repertoire – von Alter Musik auf historischen Instrumenten über Wiener Klassik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Dabei entsteht ein lebendiger, unverwechselbarer Klang, getragen von der Begeisterung für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau.
In Basel fest verankert mit Abonnementreihen im Stadtcasino und dem eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco, geniesst das Ensemble eine hohe internationale Reputation. Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.
Ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis 2019, begeistert das Kammerorchester Basel mit künstlerischer Exzellenz und Ausdauer. Projekte wie Haydn2032, die Aufnahme und Aufführung aller Sinfonien von Joseph Haydn bis 2032, unter der Leitung von Giovanni Antonini oder die Einspielung der späten Haydn-Messen unter der Leitung von René Jacobs zeigen die tiefe Lust an langfristiger, kreativer Auseinandersetzung.
Immer wieder entstehen inspirierende Partnerschaften mit Künstler:innen wie Sol Gabetta, Christian Gerhaher, Alexandra Dovgan und Vilde Frang und dem Collegium Vocale Gent. Die künstlerische Leitung liegt bei den Konzertmeister:innen sowie Dirigent:innen wie René Jacobs, Heinz Holliger, Delyana Lazarova oder Pierre Bleuse.
Eine preisgekrönte Diskografie und vielfältige Vermittlungsformate runden das lebendige Wirken des Orchesters ab. Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.
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Konzertdetails
Eine lustige Hetzjagd durch die musikalischen Stile, überbordender Melodienreichtum und eine Hommage an die Königin der Instrumente.
Kurz nachdem er mit seiner Oper Lady Macbeth von Mzensk fertig ist, die beim Publikum beliebt ist, aber für eine erste grosse stalinistische Angriffswelle gegen ihn sorgen wird, macht sich Schostakowitsch an ein ungestümes Konzert für Klavier und Trompete. Alles ist drin: virtuose Effekte, krachende Music-Hall und Zirkus, russische Romantik, Neoklassik und mutige Experimente. Noch ist seine Musiksprache voller Witz und fast rowdyhaft, noch weit entfernt vom Sarkasmus der späteren Jahre. In der ganzen Pracht seines Talentes kokettiert der Jungstar Schostakowitsch mit einem Thema von Haydn, verbeugt sich kurz vor Beethoven, lässt Virtuosität à la Liszt aufblitzen, weckt romantische Emotionen und nimmt alles gleich wieder aufs Korn.
Klangselig, gut gelaunt und voller böhmischer Melodien in verschwenderischer Fülle kommt Dvořáks Streicherserenade daher: Musik eines bestens gelaunten Mittdreissigers voller Elan, der von seinem späteren Ruhm noch nichts weiss. Als Abrundung ein neues Werk der Doppelbegabung Fazıl Say, gewidmet seiner gar nicht so heimlichen Liebe, der Trompete.