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Die Freiheit zu lieben

10.02.2026 | 19:30 Uhr
Basel, Stadtcasino

Portrait von Alexandra Dovgan. Sie hat ihre Haare zusammengebunden und blickt in die Kamera.

Programm

Dauer bis ca. 21.40 Uhr inklusive Pause

Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr mit Verena Naegele, Historikerin und Musikwissenschaftlerin 

Clara Schumann (1819 – 1896)
Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, op. 7

Emilie Mayer (1812 – 1883)
Sinfonie Nr. 4 in h-Moll

Robert Schumann (1810 – 1856)
Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, op. 54

Konzertdetails

Beide Konzerte in a-Moll, beide führt Clara Schumann auf: ihres in Leipzig, Roberts in Dresden – dazwischen liegt die endlich juristisch erkämpfte Hochzeit.

Sie liebt ihn, er liebt sie, aber ihr Vater ist dagegen. Viele Kämpfe braucht es und viele Tränen, bis Clara und Robert zusammenkommen. Doch selbst dann wird es nicht leicht, im Gegenteil, dann beginnen die innerfamiliären Kämpfe, Enttäuschungen, Verzweiflungen. Nichts davon ist zu spüren in Roberts und auch in Claras Klavierkonzert, das sie als junges Mädchen komponiert, als sie schon vollkommen entflammt ist und er, der Klavierschüler ihres Vaters, ihr bei der Instrumentation hilft. Bei Emilie Mayer ist es nicht der Vater, sondern der Markt, welcher der Schumann-Zeitgenossin Steine in den Weg legt.

Ein Verleger für «weibliche Kräfte, Kräfte zweiter Ordnung» findet sich erst mal nicht und ihre vierte Sinfonie erscheint nur in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen. Doch seit einigen Jahren ist sie wieder da, die verschollene Sinfonie. Einzigartiges Zeugnis eines freien, genialen Geistes: Mayer ist eine eigenständige Stimme, die nicht bloss im Schatten der grossen Kollegen steht.

Mitwirkende

Leitung

  • Delyana Lazarova

    Delyana Lazarova

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    Delyana Lazarova

    Als Dirigentin sieht sich Delyana Lazarova als Musikerin unter Musikern. Zusammenarbeit, Offenheit und Sensibilität für den spezifischen Klang und Charakter eines jeden Orchesters bilden die Grundlage ihrer Arbeit, immer im Dienste der Musik. Orchester weltweit schätzen ihre Fähigkeit, Klangvorstellungen zu vermitteln und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Musik frei entfalten kann. 

    In dieser Saison tritt Delyana Lazarova ihre Position als Principal Guest Conductor sowohl beim Utah Symphony als auch beim BBC Scottish Symphony Orchestra an. Mit Letzterem gibt sie im Sommer 2025 ihr Debüt bei den BBC Proms. 

    Weitere Debüts in der Saison 2025/26 führen sie unter anderem zum Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, zum Japan Century Symphony Orchestra, zum Colorado Symphony, zum Orquesta Sinfónica y Coro de RTVE, zum Hungarian Radio Symphony Orchestra, zur Orquesta Sinfónica de Galicia und zum Orchestre Symphonique de Québec. Nach erfolgreicher erster Zusammenarbeit kehrt sie zudem zum Minnesota Orchestra, zum Münchener Kammerorchester, zum Orchestre Philharmonique de Strasbourg und zum Oregon Symphony Orchestra zurück und geht mit dem Kammerorchester Basel auf Europatournee. 

    Delyana Lazarovas breit gefächertes Repertoire bezeugt ihren weiten musikalischen Horizont, spiegelt aber auch ihre Herkunft. Geboren in Bulgarien, fühlt sie sich dem osteuropäischen Repertoire besonders verbunden, etwa Dvořák, Strawinsky, Tschaikowsky oder Bartók. Doch in den Werken der Wiener Klassik ist sie ebenso zu Hause, nicht zuletzt durch deren intensives Studium mit Johannes Schlaefli. Ihre Leidenschaft gilt schliesslich auch der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts: In der Saison 2024/25 begann sie ihre Tätigkeit als Artistic Partner des Kammerorchesters ROCO in Houston, das sich auf zeitgenössische Musik spezialisiert hat. Ihre enge Verbindung zur Gegenwartsmusik zeigt sich auch in ihrer ersten CD, die sie mit dem Hallé Orchestra aufgenommen hat. Das Album erschien im Oktober 2023 und enthält Werke der bulgarischen Komponistin Dobrinka Tabakova. 

    In den vergangenen Spielzeiten arbeitete Delyana Lazarova mit renommierten Orchestern wie dem Philharmonia Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, dem BBC Philharmonic und dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der NDR Radiophilharmonie, dem Netherlands Philharmonic, dem Münchener Kammerorchester, dem Orchestre National de Bordeaux, dem Orchestre National de France, den Göteborger Symphonikern, der Orquesta Sinfónica de Navarra, dem Sinfonieorchester Basel, Klangforum Wien, dem Musikkollegium Winterthur, dem Estonian Festival Orchestra, dem Aspen Conducting Academy Orchestra und vielen weiteren. 

    Nach dem Gewinn des ersten internationalen Siemens-Hallé-Dirigentenwettbewerbs war Delyana Lazarova von 2020 - 2023 Assistentin von Sir Mark Elder beim Hallé Orchestra und Music Director des Hallé Youth Orchestra. Ausserdem assistierte sie Cristian Măcelaru beim WDR Sinfonieorchester Köln und dem Orchestre National de France. Im Jahr 2020 wurde sie mit dem James Conlon Conductor Prize beim renommierten Aspen Music Festival ausgezeichnet. Zu ihren früheren Erfolgen zählen der Gewinn des NRTA International Conducting Competition im Jahr 2019 sowie das Bruno Walter Conducting Scholarship beim Cabrillo Festival of Contemporary Music in Kalifornien in den Jahren 2017 und 2018. 

     Delyana Lazarova studierte Dirigieren an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) bei Professor Johannes Schlaefli. Sie besuchte zahlreiche Meisterkurse, unter anderem bei Bernard Haitink, Paavo Järvi, Leonard Slatkin, Mark Stringer, Robert Spano und Matthias Pintscher. Neben ihrem Masterabschluss im Dirigieren ist sie auch eine versierte Geigerin mit einem Masterabschluss und einem Performance Diplom der Jacobs School of Music in Indiana. Dort studierte sie bei Mauricio Fuks und erhielt ein Stipendium für herausragende künstlerische Leistungen

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Orchester

  • Kammerorchester Basel

    Kammerorchester Basel

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    Kammerorchester Basel

    Spiellust und musikalischer Entdeckergeist zeichnen das Kammerorchester Basel seit seiner Gründung 1984 aus. Mit grosser Energie und stilistischer Offenheit widmen sich die
    Musiker:innen einem breiten Repertoire – von Alter Musik auf historischen Instrumenten über Wiener Klassik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Dabei entsteht ein lebendiger,
    unverwechselbarer Klang, getragen von der Begeisterung für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau.

    In Basel fest verankert mit Abonnementreihen im Stadtcasino und dem eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco, geniesst das Ensemble eine hohe internationale Reputation.
    Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.

    Ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis 2019, begeistert das Kammerorchester Basel mit künstlerischer Exzellenz und Ausdauer. Projekte wie Haydn2032, die Aufnahme und Aufführung aller Sinfonien von Joseph Haydn bis 2032, unter der Leitung von Giovanni Antonini oder die Einspielung der späten Haydn-Messen unter der Leitung von René Jacobs zeigen die tiefe Lust an langfristiger, kreativer Auseinandersetzung.

    Immer wieder entstehen inspirierende Partnerschaften mit Künstler:innen wie Sol Gabetta, Christian Gerhaher, Alexandra Dovgan und Vilde Frang und dem Collegium Vocale Gent.
    Die künstlerische Leitung liegt bei den Konzertmeister:innen sowie Dirigent:innen wie René Jacobs, Heinz Holliger, Delyana Lazarova oder Pierre Bleuse.

    Eine preisgekrönte Diskografie und vielfältige Vermittlungsformate runden das lebendige Wirken des Orchesters ab. Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des
    Kammerorchester Basel.

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Solistin

  • Alexandra Dovgan

    Alexandra Dovgan, Klavier

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    Alexandra Dovgan

    Alexandra Dovgan wurde 2007 in eine Musikerfamilie geboren und begann Ihr Klavier-Studium mit viereinhalb Jahren. Fünf Jahre alt, bewies sie erstmals ihr Talent, als sie die äusserst selektive Aufnahmeprüfung der Academic Central Music School in Moskau passierte, wo sie bei Mira Marchenko studierte. Aktuell studiert sie am Ateneo de Música in Malaga. Alexandras musikalische Entwicklung wurde stark von ihrer kreativen Kommunikation mit einem der herausragendsten Pianisten unserer Zeit beeinflusst, Grigory Sokolov.
    Alexandra hat bereits bei fünf internationalen Wettbewerben gewonnen, darunter Vladimir Krainev Moscow International Piano Competition, Astana Piano Passion, International Television Contest «The Nutcracker». Erst zehn Jahre alt, wurde sie mit dem Grand Prix bei der II°International Grand Piano Competition in Moskau ausgezeichnet. Die Bilder des Konzertes gingen per Medici.TV und Youtube um die Welt, und bewegten Musiker sowie Klavier-Liebhaber gleichermassen.
    Trotz ihres jungen Alters hat Alexandra Dovgan schon an einigen der bedeutendsten Konzertsäle der Welt debütiert, darunter: Philharmonie & Konzerthaus in Berlin, Théâtre des Champs-Élysées Paris, Musikverein & Konzerthaus Wien, Tonhalle Zürich, Victoria Hall in Genf, Konserthuset in Stockholm, Palau de la Música in Barcelona, Gulbenkian in Lissabon und Teatro Colón in Buenos Aires - und stets wurde sie mit Standing Ovation and begeisterten Kritiken gefeiert.
    Seit ihrem ersten und bejubelten Rezital bei den Salzburger Festspielen beeindruckte Alexandra Kritiker und Publikum gleichermaßen mit einer imponierenden Reihe internationaler Debüts: u. a. mit Gustavo Dudamel und dem Mahler Chamber Orchestra, mit der Kioi Sinfonietta in Japan und Trevor Pinnock, mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Jarvi, Stockholm Philharmonic und Ton Koopman, Barcelona Symphony und Kazushi Ono, mit Bergen Philharmonic und Pietari Inkinen und Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo unter der Leitung von Kazuki Yamada.
    Die Highlights der Spielzeit 2025/26 sind Alexandras Debüt an der Carnegie Hall New York und im Kennedy Center in Washington, am Concertgebouw Amsterdam, sowie mit dem Orchestre National de France, mit der Dresdner Philharmonie, den Symphonikern Hamburger, dem Luzerner Sinfonieorchester, San Diego Symphony, und schliesslich folgt die Rückkehr u. a. an das Wiener Konzerthaus, den Boulez Saal Berlin, das Prinzregententheater München.
    Alexandras Klavierspiel ist geprägt von spontaner Tiefe und großem Bewusstsein, sowie vom Klang ausserordentlicher Schönheit und Präzision. Oberflächliche Shows oder technische Demonstrationen wird man bei ihr nicht finden, stattdessen eine beeindruckende Konzentration, gepaart mit Reinheit des Ausdrucks und kreativer Vorstellungskraft. Die junge Pianistin besitzt eine charismatische Bühnen-Präsenz und eine ausgeprägte Persönlichkeit.
    Im Juni 2024 erhielt Alexandra Dovgan den prestigeträchtigen Prix Serdang von Rudolf Buchbinder und Adrian Flury in Anerkennung ihrer Erfolge und bereits bedeutender Karriere.

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Eindrücke

Hör-Impuls
Der zweite Satz des Klavierkonzerts von Clara Schumann
ist ein Husarinnenstück ganz eigener Art. Es besteht aus einer schlichten Melodie, vom Klavier allein vorgetragen, das erst im letzten Teil dieses kurzen Intermezzos vom Solocello sekundiert wird. Dieses übernimmt eher untypischerweise die Melodie und das Klavier umspielt es in Triolen. Hinter diesem Arrangement versteckt sich eine Liebesbotschaft, allerdings nicht an Robert, sondern an den 18 Jahre älteren Cellisten August Müller, in den Clara verliebt war: ein intimes, sehnsuchtsvolles Zwiegespräch. 

Partner:innen

Mit freundlicher Unterstützung des

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