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Aufbruch

09.05.2026 | 19:30 Uhr
Basel, Stadtcasino

Portrait von Pierre Bleuse. Er stützt seinen Kopf auf seine Hand auf.

Programm

Dauer bis ca. 21.20 Uhr inklusive Pause

Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr mit Matthias Arter, Solo-Oboist des Kammerorchester Basel

Paul Hindemith (1895 – 1963)
Kammermusik Nr. 4 op. 36 Nr. 3 für Solo-Violine und grösseres Kammerorchester

Franz Schubert (1797 – 1828)
Sinfonie Nr. 8 in C-Dur «Die Grosse», D 944

Konzertdetails

Hindemith bricht in neue Welten auf, und Schubert ins Unendliche: strahlend, schwebend, verheissungsvoll, zart, überwältigend.

Spröde sei er, unsinnlich, didaktisch, neoklassizistisch. Den Vorurteilen gegenüber Hindemith begegnen wir noch immer. Warum nur? Wo er doch zugänglich und ehrlich in seiner Musik ist, herausfordernd, voller Spielfreude und Dynamik. Es war wohl tatsächlich der Nationalsozialismus mit seinem Vorwurf des linken Kulturbolschewismus, der Hindemith bis heute nachhaltig beschädigt hat und dafür sorgt, dass er nach wie vor im Konzertleben unterbelichtet ist. Wir räumen auf, endgültig! Und präsentieren den vielseitigen, tragischen, ernsten und humorvollen Hindemith. Der so viel mehr ist als ein Vorspiel zum unglaublichen Franz Schubert: eine Stunde lang C-Dur.

Das ist die Sinfonie, von deren «himmlischen Längen» Robert Schumann so schwärmte. Erst ein halbes Jahrhundert später schafften Bruckner und Mahler wieder solche Dimensionen. Es ist ein Werk wie eine Kathedrale. Und wie bei so vielen seiner Werke konnte Schubert auch die Uraufführung dieser Sinfonie nicht mehr erleben.

Mitwirkende

Leitung

  • Pierre Bleuse

    Pierre Bleuse

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    Pierre Bleuse

    Pierre Bleuse ist der musikalische Leiter des «Ensemble Intercontemporain» und des «Odense Symphony Orchestra», letzteres leitet er seit 2021. Er eröffnet die Saison 2025/26 mit dem Ensemble der BBC Proms, dem Ravel Festival in Saint-Jean-de-Luz und der Philharmonie de Paris. Zu dieser Saison gehören Debüts mit dem Schwedischen und Finnischen Radio Symphonie Orchester, der NDR Elbphilharmonie (Hamburg), dem SWR Stuttgart mit Sol Gabetta und dem Orchestre Philharmonique de Radio France. Zudem kehrt er zum São Paulo State Symphony zurück und tritt mit dem City of Birmingham Symphony, dem Singapore Symphony und dem Nederlands Philharmonisch Orkest auf. 

    Er dirigierte bereits bedeutende internationale Orchester. Darunter das Royal Concertgebouw, die BBC Symphony, das Orchestre de Paris, das Orchestre National de France, das Tokyo und Singapore Symphony Orchester, Deutsche Radio Orchester (NDR, MDR, HR), das Tonkünstler Orchester, das Suisse Romande, die Kungliga Filharmonikerna und das Orquesta Nacional de España. Bleuse arbeitet regelmässig mit führenden Solist:innen wie Joyce DiDonato, Karita Mattila, Patricia Kopatchinskaja, Pierre-Laurent Aimard, Sol Gabetta, Bertrand Chamayou, Emmanuel Pahud, and Renaud and Gautier Capuçon zusammen. Er studierte Dirigieren bei Jorma Panula in Finnland und Laurent Gay in Genf.

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Orchester

  • Kammerorchester Basel

    Kammerorchester Basel

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    Kammerorchester Basel

    Spiellust und musikalischer Entdeckergeist zeichnen das Kammerorchester Basel seit seiner Gründung 1984 aus. Mit grosser Energie und stilistischer Offenheit widmen sich die
    Musiker:innen einem breiten Repertoire – von Alter Musik auf historischen Instrumenten über Wiener Klassik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Dabei entsteht ein lebendiger,
    unverwechselbarer Klang, getragen von der Begeisterung für gemeinsames Musizieren auf höchstem Niveau.

    In Basel fest verankert mit Abonnementreihen im Stadtcasino und dem eigenen Proben- und Aufführungsort Don Bosco, geniesst das Ensemble eine hohe internationale Reputation.
    Über 100 Konzerte pro Saison insgesamt führen das Orchester regelmässig auf grosse europäische Bühnen und zu renommierten Festivals.

    Ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis 2019, begeistert das Kammerorchester Basel mit künstlerischer Exzellenz und Ausdauer. Projekte wie Haydn2032, die Aufnahme und Aufführung aller Sinfonien von Joseph Haydn bis 2032, unter der Leitung von Giovanni Antonini oder die Einspielung der späten Haydn-Messen unter der Leitung von René Jacobs zeigen die tiefe Lust an langfristiger, kreativer Auseinandersetzung.

    Immer wieder entstehen inspirierende Partnerschaften mit Künstler:innen wie Sol Gabetta, Christian Gerhaher, Alexandra Dovgan und Vilde Frang und dem Collegium Vocale Gent.
    Die künstlerische Leitung liegt bei den Konzertmeister:innen sowie Dirigent:innen wie René Jacobs, Heinz Holliger, Delyana Lazarova oder Pierre Bleuse.

    Eine preisgekrönte Diskografie und vielfältige Vermittlungsformate runden das lebendige Wirken des Orchesters ab. Seit 2019 ist die Clariant Foundation Presenting Sponsor des
    Kammerorchester Basel.

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Solistin

  • Vilde Frang

    Vilde Frang, Violine

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    Vilde Frang

    Im Jahr 2012 wurde Vilde Frang einstimmig mit dem Credit Suisse Young Artists Award ausgezeichnet, was zu ihrem Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Bernard Haitink beim Lucerne Festival führte.

    Ihre tiefgründige Musikalität und aussergewöhnliche Lyrik haben sie zu einer der herausragenden Violinistinnen ihrer Generation gemacht. Sie tritt regelmässig mit den weltweit führenden Orchestern auf, darunter die Berliner Philharmoniker, das Concertgebouw Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das London Symphony Orchestra, das Chamber Orchestra of Europe, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Los Angeles Philharmonic, das Budapest Festival Orchestra sowie das Cleveland Orchestra. Zu ihren Dirigentenpartnern zählen unter anderem Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, Bernard Haitink, Herbert Blomstedt, Esa-Pekka Salonen, Mariss Jansons, Ivan Fischer, Maxim Emelyanychev, Jakub Hrůša, Vladimir Jurowski, Manfred Honeck, Teodor Currentzis, Daniel Harding, Antonio Pappano, Lahav Shani, Paavo Jaervi und Robin Ticciati.

    Zu den Höhepunkten der aktuellen Saison gehören ihre Rückkehr zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, zum London Symphony Orchestra, zur Tschechischen Philharmonie sowie zum Rotterdam Philharmonic Orchestra, ebenso wie ihr mit Spannung erwartetes Debüt bei den New York Philharmonic mit Elgars Violinkonzert. Darüber hinaus geht Vilde Frang auf internationale Tourneen mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Utopia Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis und setzt ihren Bach-Zyklus mit dem Kammerorchester Basel fort.

    Als engagierte und profilierte Kammermusikerin ist Vilde Frang regelmässig bei renommierten Festivals wie dem Lucerne Festival, den BBC Proms in London, den Festivals in Verbier und Lockenhaus, dem George-Enescu-Festival, den Salzburger Festspielen sowie dem Prager Frühling zu erleben. Zudem gibt sie regelmässig Rezitals in der Carnegie Hall, im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Musikverein, in der Philharmonie Berlin, der Tonhalle Zürich sowie im Bozar in Brüssels. In Nordamerika ist sie ausserdem im Rahmen der Vancouver Recital Series, der Boston Celebrity Series und bei San Francisco Performances zu hören.

    Vilde Frang ist Exklusivkünstlerin bei Warner Classics. Ihre Einspielungen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Edison Klassiek Award, dem «Diapason d’Or» des Magazins Diapason, dem Deutschen Schallplattenpreis, dem Grand Prix du Disque, Preisen des BBC Music Magazine sowie mit zwei Gramophone Awards.

    Die in Norwegen geborene Geigerin gab im Alter von zwölf Jahren auf Einladung von Mariss Jansons ihr Debüt mit dem Oslo Philharmonic Orchestra. Sie studierte am Barratt Due Musikkinstitutt in Oslo, bei Kolja Blacher an der Musikhochschule Hamburg sowie bei Ana Chumachenco an der Kronberg Academy.

    Vilde Frang spielt eine Violine von Guarneri del Gesu aus dem Jahr 1734, die ihr grosszügig von einem europäischen Förderer zur Verfügung gestellt wird.

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Eindrücke

Hör-Impuls
Der Beginn von Hindemiths Kammermusik Nr. 4 ist durch eine nüchterne, rhythmisch prägnante Struktur gekennzeichnet. In dieser fungieren die Klarinetten als farblich und harmonisch integrierte Bestandteile des Gesamtklangs, ihr Einsatz trägt wesentlich zur Mischklangbildung bei. Durch ihre mittlere Lage und ihr spezifisch gedecktes Timbre schärfen die Klarinetten die Konturen der Eröffnung und verleihen dem Anfang des Stücks die charakteristische Mischung aus Sachlichkeit, Bewegungsenergie und expressiver Spannung.

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